Ärzte Zeitung, 10.02.2005

Jetzt ist es an der Zeit, sich gegen FSME impfen zu lassen

2004 wurden in Deutschland 272 FSME-Patienten registriert / Risikogebiete im Süden

MÜNCHEN (sto/eis). In Deutschland sind 2004 insgesamt 272 Patienten mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gemeldet worden. Es erkrankten also fast genau so viele Menschen an den durch Zecken übertragenen Viren wie 2003 (278). Bei Menschen, die sich dieses Jahr in Risikoregionen in der Natur aufhalten möchten, sollte jetzt der Impfschutz überprüft werden.

Schwerpunkt der gemeldeten FSME-Patienten war auch 2004 Süddeutschland, berichtet Dr. Wolfgang Hautmann vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

In Baden-Württemberg gab es dabei 132 Patienten, in Bayern 102; es folgen Hessen (22), Sachsen (4), Berlin (3), Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen (je 2) und Niedersachen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein (je 1). Dies schließt auch Patienten ein, die sich im Ausland infiziert haben, 2003 waren das neun Prozent.

"In Deutschland sind 83 Landkreise als FSME-Risikogebiete eingestuft", so Hautmann. Mit 45 liegen die meisten davon in Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg (30), Hessen (4), Thüringen (3) und Rheinland-Pfalz (1). Wer im Frühjahr zu Beginn der Zeckensaison wirksam gegen FSME geschützt sein möchte, sollte sich am besten jetzt impfen lassen, rät zum Beispiel die Techniker Krankenkasse (TK).

Drei Impftermine sind für die Grundimmunisierung notwendig. Die Impfung ist ab dem vollendeten ersten Lebensjahr möglich. Impfungen werden bei Personen, die in Risikogebieten wohnen, von den Krankenkassen bezahlt. Weder für die Impfungen noch für die Impfberatung ist die Praxisgebühr zu entrichten. Impflinge sollten auch auf das Borreliose-Risiko hingewiesen werden, so die TK. Gegen die Infektionskrankheit gibt es keine Impfung aber eine wirksame Therapie.

Weitere Infos: www.tk-online.de, Suchbegriff Zeckenbiss. Karte der FSME-Risikogebiete unter www.rki.de/INFEKT/EPIBULL/2004/21_04.PDF

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