Ärzte Zeitung, 05.05.2006

FSME-Rate hat sich in Bayern fast verdoppelt

Zahl der Patienten mit FSME stieg von 105 im Jahr 2004 auf 204 im vergangenen Jahr / Neue Registerdaten

MÜNCHEN (sto). In Bayern sind vergangenes Jahr doppelt so viele Menschen an Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) erkrankt wie im Jahr 2004. Wer in Risikoregionen wohnt oder dort Urlaub in der Natur machen will, dem sollte zur Impfung geraten werden.

Eine Mutter sucht ihr Kind auf Zecken ab; Bewohner in FSME-Risikogebieten sollten sich impfen lassen. Foto: Baxter

Das hat Landes-Gesundheitsminister Werner Schnappauf in München betont. Bisher sind die Impfraten gegen FSME noch sehr niedrig. Die Zahl der in Bayern registrierten FSME-Patienten ist von 105 im Jahr 2004 auf 204 im vergangenen Jahr gestiegen, so Schnappauf auf einer Pressekonferenz des Ministeriums und der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen.

Insgesamt seien bereits 54 Landkreise und kreisfreie Städte und damit zwei Drittel der Landesfläche als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. Der Landkreis Passau sei sogar Hochrisikogebiet. Neu dazu gekommen sind die Landkreise Aichach-Friedberg, Eichstätt, Miesbach sowie Nürnberg-Land. Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen wird wieder in die Liste der Risikogebiete aufgenommen.

Das zunehmend wärmere Klima in Mitteleuropa begünstigt nach Schnappaufs Angaben vermutlich die Vermehrung der Zecken in den nächsten Jahren. Der Gesundheitsminister hat deshalb erneut zur FSME-Schutzimpfung aufgerufen: "Jeder sollte sich impfen lassen, der in einem FSME-Risikogebiet wohnt oder dort Urlaub macht und sich häufig in freier Natur aufhält."

Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumgüterforschung (GfK) sind die Impfraten in den Risikogebieten unterschiedlich hoch. Im Schnitt ist aber nur jeder sechste Bewohner von Risikoregionen vollständig immunisiert.

Schnappauf erinnerte daran, daß ein wirksamer Grundimpfschutz aus drei Impfungen besteht. Alle drei oder alle fünf Jahre sei in Abhängigkeit vom Alter und vom Impfstoff eine Auffrischimpfung erforderlich. Vor allem in den neu ausgewiesenen FSME-Risikogebieten seien die Impfraten teilweise noch sehr niedrig. Niedergelassene Ärzte und die Gesundheitsämter sollten deshalb vermehrt für die FSME-Impfung werben, empfahl Schnappauf.

Die bayerischen Risikogebiete und Tips unter www.stmugv.bayern.de

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