Ärzte Zeitung, 15.03.2007

Milder Winter bot Zecken ideale Lebensverhältnisse

ERFURT (ddp). Der milde Winter ließ Zecken nicht ruhen. Zwischen November 2006 und Januar 2007 sind wirtssuchende, aktive Zecken in verschiedenen Teilen Deutschlands nachgewiesen worden.

Darauf hat der Leiter des Nationalen Referenzlabors am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Jena, Professor Jochen Süss, hingewiesen. "Durch das milde Wetter mit Temperaturen über 6 bis 7 Grad finden sowohl Zecken als auch ihre Hauptwirte ideale Überlebens- und Nahrungsverhältnisse vor", so Süss bei einem Kongress in Erfurt. Normalerweise gilt der Winter als Ruhephase der Zecken.

Nach Erkenntnissen der Wissenschaftler breiten sich infizierte Zecken immer weiter nach Norden aus. So habe es im vergangenen Jahr erstmals Erkrankungen an Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) in Niedersachsen sowie in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gegeben, sagte Süss. Selbst in Finnland bis 200 Kilometer südlich des Polarkreises sei die durch Zecken übertragene FSME nachgewiesen worden.

An der von Viren verursachten FSME erkrankten nach Angaben von Süss im vorigen Jahr in Deutschland 541 Menschen. Die Rate nehme seit Jahren zu. Bei der von Zecken übertragenen bakteriellen Lyme-Borreliose sind 2006 etwa 60 000 Neuerkrankungen registriert worden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »