Ärzte Zeitung online, 24.04.2008

Sprays und Gele gegen Zecken - 12 von 20 sind "mangelhaft"

BERLIN (eb). Die meisten Sprays und Lotionen gegen Zecken sind nach Angaben von Stiftung Warentest ihr Geld nicht wert. Auf ihre Wirkdauer ist wenig Verlass. Manche schützen nur wenige Minuten vor den Blutsaugern.

Die Stiftung Warentest hat für die Mai-Ausgabe ihrer Zeitschrift "test" 20 Anti-Zecken-Mittel geprüft, und zwar vor allem wie lange sie es schaffen, Zecken abzuschrecken. Das Ergebnis: Der von Herstellern versprochene langanhaltende Schutz ist nicht garantiert.

Zwölf Produkte erhielten das Qualitätsurteil "mangelhaft", zwei waren "ausreichend", sechs erhielten im Urteil ein "befriedigend".

Ab März werden mit der ersten Wärme die Zecken wieder aktiv. Sie können sie die InfektionskrankheitenFrühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Lyme-Borreliose übertragen. Genug Gründe also, sich vor Zeckenstichen zu schützen. Aber auf Anti-Zecken-Mittel allein sollte man sich dabei nicht verlassen. Sie wirken zeitlich mehr oder minder begrenzt und können nur eine ergänzende Hilfe sein.

Die Mittel enthalten nicht nur chemisch synthetisierte, sondern zunehmend auch natürliche Wirkstoffe. Oft ist das Wirkprinzip unklar oder unbekannt.

Fünf Produkte mit natürlichen Wirkstoffen im Test dürften überhaupt nicht verkauft werden, denn sie haben keine gültige Registrierung als Biozid-Produkt, so die Stiftung.

Die Tester raten: Im Grünen festes Schuhwerk, lange Hosen und langärmelige Shirts tragen und möglichst nicht im hohen Gras, Farn oder durchs Unterholz laufen. Wer das dennoch tut oder tun muss, sollte später die Haut am gesamten Körper kontrollieren, vor allem bei Kindern. Entdeckte Zecken sollen sofort entfernt werden. Sie werden am besten mit einer Pinzette vorsichtig hautnah gefasst und heraus gezogen oder gedreht, ohne sie zu quetschen.

Der ausführliche Test steht in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift test und kann im Internet unter www.test.de herunter geladen werden (Kosten: 2 Euro)

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