Ärzte Zeitung, 14.05.2008

KOMMENTAR

Borrelientest ist auch Patientenbindung

Von Michael Hubert

Er hatte vergangenes Jahr eine Borreliose: Bastian Schweinsteiger, Fußballer beim FC Bayern und der Nationalmannschaft. Damit ist die durch Zecken übertragene Infektion verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Patienten machen sich ansonsten eher über die virale FSME Gedanken.

Kollegen bietet sich so die Chance, auch die bakterielle Borreliose anzusprechen, etwa bei einer FSME-Impfung. Denn Borrelien-tragende Zecken sind weiter verbreitet als mit FSME-Viren infizierte. Die Zahl der Erkrankten liegt ebenfalls deutlich höher. Das Gute bei Borreliose: Es gibt eine Therapie. Antibiotika töten die Bakterien. Und die Chancen auf einen nachhaltigen Therapieerfolg sind in der Frühphase einer Borreliose bekanntlich am besten.

Mit der "Zecken-PCR" können Kollegen ihren Patienten nach einem Zeckenstich jetzt einen besonderen Service anbieten. Mit diesem hochsensitiven Nachweis lässt sich feststellen, ob der Übeltäter Borrelien hatte oder nicht. Denn sind keine Borrelien vorhanden, ist eine Antibiotikaprophylaxe überflüssig.

Ist der Labortest hingegen positiv, wird das weitere Vorgehen mit dem Patienten abgestimmt. Die einen wollen dann lieber gleich Doxycyclin, die anderen erstmal abwarten. Für den Arzt jedenfalls ist das die Chance, das Vertrauensverhältnis zum Patienten weiter zu vertiefen. Denn so fühlt er sich mit seiner Sorge vor einer Borreliose ernst genommen und gut aufgehoben.

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