Ärzte Zeitung online, 22.01.2009

Mehr Hirnhautentzündungen durch Zeckenstich

BERLIN/JENA (dpa). Die Zahl der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündungen ist in Deutschland im vergangenen Jahr gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin registrierte bundesweit 285 Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) - nach 238 im Jahr 2007. Betroffen waren vor allem Baden-Württemberg mit 130 und Bayern mit 126 Erkrankungen. Die Zahl der gemeldeten FSME-Erkrankungen 2008 entspreche in etwa dem langfristigen Niveau, teil das RKI mit.

In den Jahren 2005 und 2006 hatte es mit 432 und 546 registrierten Erkrankungen deutliche Ausreißer nach oben gegeben. Die Gründe dafür seien unbekannt, sagte der Zeckenexperte Professor Jochen Süss vom Friedrich-Loeffler-Institut in Jena. Das Wetter könne eine Rolle spielen, mit Sicherheit gebe es aber weitere Faktoren. In zahlreichen europäischen Ländern von der Ostsee bis zur Adria schwanke die Zahl der FSME-Fälle weitgehend im Gleichtakt.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird bekanntlich von Viren ausgelöst, gegen die es eine Impfung gibt. FSME kommt in Deutschland nur in bestimmten Risikogebieten vor, vor allem im Süden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung Menschen, die in Risikogebieten mit Zecken in Kontakt kommen können.

Sehr viel häufiger als die FSME ist die ebenfalls von Zecken übertragene Borreliose. Von der bundesweit verbreiteten Bakterien-Infektion - gegen die keine Impfung existiert - gibt es jährlich etwa 80 000 bis 100 000 Neuerkrankungen. Sie lässt sich bei rechtzeitiger Diagnose gut mit Antibiotika bekämpfen.

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