Ärzte Zeitung online, 05.05.2009

FSME breitet sich in Süddeutschland weiter aus

BERLIN (dpa). Die Gefahr für eine Hirnhautentzündung durch Zeckenbisse ist in Deutschland weiter gestiegen: Das Robert Koch-Institut hat die Zahl der Risikogebiete für die durch Zecken übertragene Viruskrankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erneut ausgeweitet. Insgesamt sind nun 136 Kreise - vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen und Thüringen - als riskant eingestuft.

FSME breitet sich in Süddeutschland weiter aus

Im aktuellen Epidemiologischen Bulletin stuft das RKI 136 Landkreise als FSME-Risikogebiete ein.

Foto: Novartis Behring

Neu hinzugekommen sind in Bayern der Stadtkreis Memmingen sowie die Landkreise Ober- und Unterallgäu, in Baden-Württemberg der Landkreis Heidenheim. Für diese Gebiete wird Menschen, die mit Zecken in Kontakt kommen können, eine Schutzimpfung empfohlen.

Die neu bestimmten Risikogebiete grenzen unmittelbar an die bisherigen süddeutschen FSME-Areale. Eine Ausbreitung Richtung Norden wird laut RKI nicht beobachtet. Die Experten halten es jedoch für wahrscheinlich, dass das Virus in den östlichen Bundesländern, in denen bereits zwischen den 60ern und Anfang der 80er Jahre FSME in größerem Maße auftrat, weiter in Zeckenherden schlummert. Daher sollte auch hier bei entsprechenden Symptomen an eine FSME-Diagnose gedacht werden, mahnte das RKI.

Eine Impfung gegen FSME, die auch Urlauber in Risikogebieten vornehmen lassen sollten, braucht mindestens zwei Impfdosen, für einen dauerhaften Schutz drei. Gegen die ebenfalls - und sehr viel häufiger als FSME - durch Zecken übertragene Borreliose gibt es keine Impfung. Das Tragen von langen Hosen und Oberteilen sowie das regelmäßige Absuchen nach Zecken ist deshalb wichtig. 2008 wurden bundesweit 285 FSME-Fälle gemeldet. An Borreliose erkranken jährlich etwa 80 000 bis 100 000 Menschen, diese Infektion ist nicht auf Risikogebiete beschränkt.

Zum aktuellen Epidemiologischen Bulletin mit FSME-Verbreitungskarte

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