Ärzte Zeitung online, 28.05.2009

Mit "Zecken-Wetterstationen" Aktivität der Zecken voraussagen?

MARBURG (eb). In einem Pilotprojekt untersuchen Forscher die Aktivität von Zecken mit speziellen Messstationen. Anhand der gesammelten Daten wollen sie die Aktivität der Blutsauger in den folgenden Tagen voraussagen.

Mit solchen Zecken-Wetterstationen soll die Wanderung von Zecken simuliert werden.

Foto: Novartis-Behring

Die Aktivität der Zecken vorherzusagen, ist das möglich? Bisher gibt es in Deutschland zwei sogenannte "Zecken-Wetterstationen", eine in Berlin und eine in Gießen. Eine dritte wird gerade im Raum Stuttgart aufgebaut.

"Wenn man die Zeckenaktivität von heute kennt, wenn man weiß, wie das Wetter in den letzten Tagen war und in welchem Zustand die Zecken sind und wenn man eine zuverlässige Wettervorhersage hat, kann man durchaus prognostizieren, wie sich die Zeckenaktivität in den nächsten Tagen entwickeln wird", erklärt Dr. Olaf Kahl, einer der Initiatoren der Zeckenwetterstation. "Allerdings ist die Vorhersage nur für das Gebiet repräsentativ, in dem ähnliches Wetter herrscht. Was man sicher nicht machen kann, ist, von einer Station die Zeckenaktivität für ganz Deutschland vorauszusagen."

Bei diesen Zecken-Wetterstationen werden Zecken (Gemeiner Holzbock, Ixodes ricinus) auf Parzellen ausgebracht. Wenn sich die Zecken auf Wirtsuche begeben, verlassen sie die Laubstreu und erklettern Grashalme, Stauden oder andere exponierte, bodennahe Punkte. In den Parzellen sind diese durch Holzstäbe nachgebildet. Zecken, die die Holzstäbe erklettern, gelten als aktiv. Sie werden von den Biologen gezählt. Alle Daten werden in Berlin zusammengeführt, wie das Unternehmen Novartis-Behring in einer aktuellen Pressemitteilung erklärt.

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