Ärzte Zeitung, 28.01.2013

Kommentar

Glaubenskrieg um Borreliose

Von Beate Schumacher

In den USA wird schon von "Krieg" gesprochen und auch in Deutschland stehen sich zwei Lager gegenüber: Gestritten wird um die Borreliose.

Handelt es sich um eine Infektionskrankheit mit prinzipiell guter Prognose, bei der Betroffene in aller Regel durch eine Kurzzeit-Antibiotikatherapie geheilt werden können?

Oder leiden unzählige Patienten mit Schmerzen, Erschöpfung und kognitiven Einbußen (unerkannt) an den Folgen einer chronischen Borreliose, die langfristig mit Antibiotika behandelt werden müsste?

Die Kontroverse verunsichert Ärzte und verängstigt Patienten. In den USA hat sich deswegen jetzt das unabhängige Institute of Medicine (IOM) zu Wort gemeldet.

Nach den Maßgaben der evidenzbasierten Medizin haben die Experten des IOM populäre Irrtümer über die klinischen Manifestationen und die diagnostischen Erfordernisse der Borreliose entlarvt.

Solche falschen Vorstellungen bewirken, dass unspezifische Beschwerden als Borreliosesymptome fehlgedeutet und die Patienten unnötigen Behandlungen ausgesetzt werden.

Eine Versachlichung der Diskussion tut auch in Deutschland not. Die für Ende Februar angekündigte S3-Leitlinie wird hoffentlich dazu beitragen.

Lesen Sie dazu auch:
Fehldiagnose: Die neun häufigsten Irrtümer zur Lyme-Borreliose

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Ein Mini-Kraftwerk für Herzschrittmacher

Schweizer Forscher wollen einen winzigen Teil der Pumpenenergie des Herzens für einen neuartigen Herzschrittmacher nutzen. Das Mini-Kraftwerk mit Turbine hat sich bereits bewährt. mehr »

Hausarzt als mutmaßlicher Dealer vor Gericht

Ein Allgemeinmediziner muss sich vor Gericht verantworten: Er soll in über 960 Fällen gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen - und die KV um Millionen Euro geschädigt haben. mehr »

Neue Hautkrankheiten entdeckt

Immer noch werden neue Hautkrankheiten entdeckt: Das Spektrum reicht von Protrusionen bei Neugeborenen bis zu einer Form der Fleischallergie, die offenbar mit Zeckenstichen zusammenhängt. mehr »