Ärzte Zeitung, 23.03.2004

Schongang bei Ovarial-Ca - mit pegyliertem Doxorubicin

Mit Liposomen verpackt wird der Wirkstoff verträglicher

MÜNCHEN (wst). Liposomal verkapseltes pegyliertes Doxorubicin überzeugt im Vergleich zu konventionellem Doxorubicin durch eine deutlich bessere Verträglichkeit. Zum Vergleich von Wirksamkeit und Verträglichkeit zwischen liposomalem, pegyliertem Doxorubicin und Topotecan bei Patientinnen mit rezidiviertem Ovarialkarzinom liegen inzwischen die Fünfjahres-Follow-up-Daten einer Phase-III-Studie vor.

In dieser Studie waren über 470 Frauen mit rezidiviertem Ovarialkarzinom randomisiert aufgeteilt in zwei Gruppen entweder mit liposomal verpacktem pegyliertem Doxorubicin (Caelyx®) oder mit Topotecan (Hycamtin®) behandelt worden. Über die Studie hat Dr. Hans-Peter Lipp von der Universitätsapotheke Tübingen bei dem unter anderem von den Unternehmen Essex und GlaxoSmithKline unterstützten Fachpresse-Workshop "Supportivtherapie in der Onkologie" in München berichtet.

Das liposomale pegylierte Doxorubicin des Unternehmens wurde in einer Dosis von 50 mg/m2 alle 28 Tage infundiert. Topotecan wurde alle drei Wochen jeweils fünf Tage lang in einer täglichen Dosis von 1,5 mg/m2 Körperoberfläche intravenös verabreicht.

Die auf der ECCO-Tagung vor kurzem von Dr. Alan N. Gordon vorgestellten aktuellen Ergebnisse des Fünf-Jahres-Follow-ups ergaben Lipp zufolge vor allem im Subkollektiv der 220 Frauen, die sensibel für eine platinhaltige Therapie waren, einen klaren Vorteil für das liposomale pegylierte Doxorubicin. Sowohl die mediane progressionsfreie Überlebenszeit mit 29 versus 23 Wochen als auch die mediane Gesamtüberlebenszeit mit 112 versus 77 Wochen waren hier mit diesem Regime signifikant besser als mit Topotecan.

Im Subkollektiv der 254 Frauen, die nicht auf eine platinhaltige Therapie ansprachen, ergab sich bezogen auf die progressionsfreie Überlebenszeit (13 versus 9 Wochen) und die Gesamtüberlebenszeit (41 versus 36 Wochen) im Median ein tendentieller Vorteil zugunsten des Topotecans.

Bezüglich der unerwünschten Effekte waren Neutropenien, Alopezien, Anämien, Thrombozytopenien, Leukopenien und mit dem liposomalen pegylierten Doxorubicin signifikant seltener als mit Topotecan. Hand-Fuß-Syndrome und Stomatitiden seien dagegen deutlich häufiger mit dem modifizierten Doxorubicin aufgetreten, so Lipp.

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