Ärzte Zeitung, 15.06.2004

Bortezomib verzögert Rezidiv beim Myelom

Phase-III-Zwischenergebnisse bestätigen den Erfolg

GENF (sto). Patienten mit Multiplem Myelom profitieren von einer Behandlung mit dem Proteasom-Hemmer Bortezomib. Diese Ergebnisse einer Phase-II-Studie werden durch die Zwischenergebnisse einer aktuellen Phase-III-Studie bestätigt.

Bortezomib (Velcade™) wurde in den USA innerhalb von nur vier Monaten durch die FDA zugelassen. Seit kurzem steht es, wie gemeldet, auch in Europa für die Therapie von Patienten zur Verfügung, die wegen eines Myeloms zuvor mindestens zweimal behandelt worden sind und bei denen während der letzten Behandlung die Erkrankung fortschreitet.

In einer multizentrischen Phase-II-Studie mit 202 Patienten, die zur beschleunigten Zulassung durch die FDA führte, wurde mit Bortezomib, teilweise in Kombination mit Dexamethason, eine Ansprechrate von 35 Prozent erreicht. Dies hat die Hämatologin Dr. Cathy Williams aus Nottingham in Großbritannien jetzt beim 9. Kongreß der Europäischen Hämatologie-Gesellschaft in Genf berichtet. Bei 24 Prozent der behandelten Patienten stabilisierte sich die Krankheit.

Diese positiven Daten werden in-zwischen auch durch die Interimsanalyse einer laufenden randomisierten Phase-III-Studie bestätigt. In dieser Studie wird Bortezomib als Hochdosis-Therapie mit Dexamethason bei 669 Patienten mit refraktärem oder fortschreitendem Myelom geprüft. Bei Patienten, die mit Bortezomib behandelt wurden, kam es deutlich später zum Krankheitsrückfall als bei Patienten der Dexamethason-Gruppe, berichtete Williams bei einem von dem Unternehmen Ortho Biotech ausgerichteten Symposium.

Die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung betrug mit Bortezomib im Schnitt 5,7 Monate, dagegen 3,6 Monate mit Dexamethason. Die Wahrscheinlichkeit, während des ersten Jahres zu sterben, verringerte sich für die Patienten mit Bortezomib um etwa 30 Prozent. Daraufhin sei den Dexamethason-Patienten eine Umstellung auf Bortezomib angeboten worden, so Williams.

Patienten mit Multiplem Myelom sind bisher nicht heilbar. Ziel ist daher eine Verlängerung der krankheitsfreien Zeit.

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