Forschung und Praxis, 30.07.2004

Granisetron ermöglicht langanhaltende und wirksame Antiemese

Bei Chemotherapie-induziertem Erbrechen bestätigen sich die Vorteile von Granisetron in den Dosierungen 1 mg und 3 mg. In einer noch laufenden, praxisorientierten, randomisierten Studie wird in fünf Münchner onkologischen Praxen die Effektivität verschiedener Dosierungs-Schemata der selektiven 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten (5HTA) Granisetron und Ondansetron untersucht. Bisher konnten 458 Zyklen ausgewertet werden.

Die Patienten erhielten an Tag 1 vor Chemotherapie i.v. entweder 1 mg oder 3 mg Granisetron (Kevatril®) oder 8 mg Ondansetron, jeweils in Kombination mit 8 mg Dexamethason i.v. Die meisten Patienten hatten als Grunderkrankung entweder ein Mamma- oder ein kolorektales Karzinom.

Alle drei antiemetischen Schemata waren bei den meisten Patienten hochwirksam, mit nur wenigen Therapieversagern. Für beide Granisetron-Dosierungen ergab die statistische Analyse bei den Emesis-Scores jedoch einen Vorteil, besonders in der verzögerten Phase an den Tagen zwei bis fünf. Zwischen den Effekten der beiden Granisetron-Dosierungen gab es nur geringe Unterschiede.

In einer Metaanalyse wurden in 46 randomisierten Studien die verfügbaren 5HTA (Granisetron, Ondansetron, Tropisetron, Dolasetron und das in Deutschland nicht zugelassene Palonosetron) im Hinblick auf ihre Effektivität bei akutem Erbrechen unter Cisplatin-haltigen und nicht Cisplatin-haltigen Chemotherapie-Schemata analysiert. Hier war bei Cisplatin-haltiger akuter Emesis die Dosierung von 8 mg Ondansetron der 24 / 32 mg Dosierung und der 3 mg Dosierung von Granisetron signifikant unterlegen. (otc)

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