Ärzte Zeitung, 17.09.2004

Kliniken, die Studien machen, bieten gute Therapie bei Ovar-Ca

Ergebnisse einer Umfrage der Organkommission Ovar / Die Kommission stellt eine Liste von empfohlenen Kliniken auf ihrer Internetseite bereit

HAMBURG (awa). Patientinnen mit Ovarialkarzinom haben eine bessere Überlebens-Chance, wenn sie in Kliniken behandelt werden, die an wissenschaftlichen Studien teilnehmen - und zwar unabhängig davon, ob eine Patientin selbst an einer Studie teilnimmt oder nicht. Therapiestudien sichern somit entscheidend die Qualität der Behandlung bei Ovarialkarzinom.

Das ist das Fazit einer Umfrage der Organkommission Ovar der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie zur Versorgungsstruktur und Therapiequalität bei Ovarialkarzinom in 1123 Kliniken.

In Deutschland erkranken jährlich 8000 Frauen an Ovarialkarzinom. Inzwischen liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 50 Prozent. "Die beste Chance einer optimalen Behandlung haben die Patientinnen in Kliniken, die an Studien teilnehmen, und zwar auch dann, wenn sie nicht im Rahmen einer Studie behandelt werden."

Das berichtete Professor Jacobus Pfisterer aus Kiel beim 55. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Hamburg. Das Risiko, innerhalb von zwei Jahren an der Erkrankung zu sterben, sei um 60 Prozent höher, wenn keine Studien an den Krankenhäusern gemacht werden.

Das Überleben sei ebenfalls - wenn auch nicht signifikant - besser, wenn die Frauen in einer Universitätsklinik oder in einem Krankenhaus der Maximal- oder Zentralversorgung behandelt werden anstatt in einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung.

Der aktuellen Auswertung zur Therapiequalität liegen die Daten von 476 Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom zugrunde. Sie wurden im dritten Quartal 2001 in 156 Kliniken, das sind 14 Prozent der angeschriebenen Institutionen, behandelt. Das entspricht etwa einem Drittel aller Patientinnen, die in diesem Quartal wegen eines Ovarialkarzinoms behandelt wurden und stellt Pfisterer zufolge eine repräsentative Stichprobe dar.

Die Ergebnisse: Nur bei etwa einem Drittel der Patientinnen konnte der Tumor vollständig operativ entfernt werden. Und nur drei Viertel der Frauen erhielten nach der Operation eine Chemotherapie. Standard für die Erstbehandlung des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms sei jedoch die Kombination eines Platinderivates mit einem Taxan, die jede Frau nach der Operation erhalten sollte, sagte Pfisterer.

Ärzte und Patientinnen können sich jetzt auf der Internetseite www.eierstock-krebs.de der Organkommission Ovar Frauenkliniken heraussuchen, die an dem Qualitätssicherungsprogramm der Organkommission teilgenommen haben und auch klinische Studien machen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »

Frühe ART wirkt protektiv

Die frühe antiretrovirale Therapie (ART) schützt HIV-Patienten vor schweren bakteriellen Infektionen. mehr »