Forschung und Praxis, 28.10.2004

Register für neuroendokrine Tumoren gegründet

Neuroendokrine Tumoren (NET) sind selten und schwierig zu diagnostizieren, und es gibt bisher wenig Daten zum Krankheitsverlauf. Ein neues Register - das Deutsche Register für Neuroendokrine Gastrointestinale Tumoren (NET-Register) - wurde von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie initiiert und in Leipzig von Privatdozentin Dr. Ursula Plöckinger aus Berlin vorgestellt.

Das Register enthält Daten von über 1500 Patienten mit NET-Tumoren. Langfristig sollen 5000 Krankheitsverläufe über zehn Jahre erfaßt werden. Es soll in Ergänzung zu den bereits retrospektiv gesammelten Krankendaten jährlich etwa 300 neue Erkrankungen von neuroendokrinen Tumoren wie Insulinom und Gastrinom erfassen.

Die Basisdaten für das Register haben 173 Ärzte geliefert, die jeweils mehr als fünf NET-Patienten behandelt haben. Die Daten werden automatisch erfaßt und ausgewertet. Jedes Zentrum kann uneingeschränkt auf die eigenen Informationen zurückgreifen und hat Zugriff auf die Auswertung des gesamten Registers.

Langfristig sei eine Kooperation mit europäischen Staaten geplant - auch mit dem Ziel, neue Erkenntnisse zur Epidemiologie zu gewinnen, erläuterte Plöckinger. Schwerpunkt sei jedoch, die Therapie zu optimieren. Außer Operation und Bestrahlung gehört dazu die medikamentöse Therapie mit Somatostatin-Analoga (etwa Sandostatin®) und Interferon-alpha. Das Register wird von Novartis Pharma unterstützt. (grue)

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