Ärzte Zeitung, 07.04.2005

Überlebenschancen bei Leberkrebs verbessert

Bei frühzeitiger Diagnose kann nach zehn Jahren fast jeder Zweite mit hepatozellulärem Karzinom noch leben

WIESBADEN (CV). Durch eine möglichst frühe Diagnose müsse versucht werden, Patienten mit Leberkrebs alle Therapie-Optionen bis hin zur Lebertransplantation und damit eine gute Prognose offen zu halten, so das Credo bei einem Falk Symposium im Vorfeld des Internistenkongresses. Die Gastroenterologen hoffen zudem auf verbesserte Therapiechancen durch die neuen Angiogenese-Hemmer.

Wie bei kaum einem anderen Tumor hängt die Prognose der Patienten beim hepatozellulären Karzinom direkt vom Zeitpunkt der Diagnose ab. Wird der Tumor bereits im Frühstadium erkannt, so ist nach Angaben von Professor Jürgen Klempnauer aus Hannover sogar eine kurative Resektion möglich.

Da bei der Resektion aber immer beachtet werden muß, daß die Funktionsfähigkeit des erhaltenen Leberrestes gewährleistet ist, limitiert dies oft den operativen Eingriff.

Wird der Tumor tatsächlich im Frühstadium erfaßt, so sind bei entsprechend günstigen Prognosekriterien die Erfolgsaussichten gut: Das Zehnjahresüberleben liegt dann bei 45 Prozent, so die Erfahrungen in Hannover. Viel schlechter sieht das bei ungünstigen Prognosefaktoren aus, etwa bei einer Leberzirrhose oder einem Auftreten des Tumors im erhaltenen zirrhotischen Gewebe.

Generell bietet die Lebertransplantation nach Klempnauer bessere Überlebenschancen als die Resektion mit einer Überlebensrate von 44 Prozent auch bei ungünstigen Prognosefaktoren. "Bei der Resektion gehen die Überlebenschancen auf fünf Jahre gesehen in solchen Fällen gegen Null", berichtet der Mediziner.

Patienten mit günstigen Prognosenkriterien haben sogar eine Fünfjahresüberlebenswahrscheinlichkeit von 74 Prozent, betonte der Mediziner. "Das sind die besten Ergebnisse im Vergleich mit allen anderen gastrointestinalen Tumoren", sagte er in Wiesbaden.

Doch es gibt derzeit auch unabhängig von der Lebertransplantation Hoffnungen auf verbesserte Therapiechancen beim hepatozellulären Karzinom, berichtete Professor Michael Manns aus Hannover. Sie gründen sich vor allem auf innovative Wirkstoffe zur Hemmung von Wachstumsfaktoren sowie zur Hemmung der Neo-Angiogenese.

Die neuartigen Wirkstoffe haben sich in ersten Studien bei anderen Tumoren bereits bewährt. Manns: "Auch beim Leberkrebs laufen derzeit entsprechende klinische Studien".

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