Ärzte Zeitung, 18.05.2005

BUCHTIP

Kunsttherapie in der Onkologie

Die heilende Kraft der Künste ist bereits in der Antike beschrieben worden. Zumindest in Deutschland ist Kunsttherapie ein fester Bestandteil des Angebots der meisten psychiatrisch-onkologischen Kliniken.

Derzeit versuchen Kunsttherapeuten, ihre Angebote auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen - ein Versuch, der methodisch schwierig ist und der im Zusammenhang mit den zunehmenden gesundheitsökonomischen Diskussionen auch "etwas mit Legitimation zu tun hat", so Dr. Harald Gruber von der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg.

Gruber hat gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Wolfram Henn aus Ottersberg eine Sammlung von Beiträgen herausgegeben, die einerseits den wissenschaftstheoretischen Diskurs zur Maltherapie bei Krebspatienten skizzieren soll, aber auch Erfahrungen von Therapeuten sowie Praxisberichte enthält.

Dargestellt wird unter anderem, welche Faktoren der Kunsttherapie bei onkologischen Patienten wirken, Theorien zur Bildinterpretation, Forschungsmethoden und Forschungsprojekte. Hinzu kommen ausgewertete Patienteninterviews und persönliche Äußerungen von malenden Krebspatienten. (ner)

Wolfram Henn und Harald Gruber: Kunsttherapie in der Onkologie. Claus Richter Verlag. Köln 2004. 245 Seiten. 19,80 Euro. ISBN3-924533-73-3

Lesen Sie dazu auch:
"Bald stellte sich ein Wohlbefinden ein, wenn ich nur ans Malen dachte"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »