Ärzte Zeitung, 23.05.2005

Bessere Chancen bei Nierenzellkrebs mit IL-2

Bei der Jahrestagung der American Urological Association werden viele Studienergebnisse erstmals vorgestellt

SAN ANTONIO (grue). Zum weltgrößten Kongreß für Urologie der American Urological Association (AUA) kommen diese Woche 15 000 Teilnehmer nach San Antonio. Unter anderen stellt eine deutsche Arbeitsgruppe vielversprechende Ergebnisse zur Interleukin-2-Therapie beim Nierenzellkarzinom vor.

Bei der Auftakt-Pressekonferenz zur 100. Jahrestagung der AUA wurde besonders der innovative Charakter des Kongresses betont: Die Ergebnisse von 22 kontrollierten Studien werden erstmals präsentiert, darunter auch eine deutsche Studie zur Therapie beim metastasierten Nierenzellkarzinom.

Die Ergebnisse der von Professor Edith Huland aus Hamburg geleiteten Untersuchung seien vielversprechend, nachdem sich in der Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkrebses über Jahre wenig getan habe. In der Studie wurden 97 multimorbide Patienten mit schnell wachsenden Nierenkrebsmetastasen in der Lunge und anderen Organen mit inhaliertem Interleukin-2 (IL-2) behandelt.

Auf diese gut verträgliche Therapie sprachen 45 Prozent der Patienten an, insgesamt lebten nach fünf Jahren noch 21 Prozent von ihnen. Im Vergleich dazu nennt die Wissenschaftlerin Studienergebnisse zur systemischen Immuntherapie bei ähnlich kranken Patienten: Hier betrug die Ansprechrate nur 33 Prozent, und von 103 Patienten lebte keiner länger als fünf Jahre. Für Patienten mit schlechtem Allgemeinbefinden, die subkutanes oder intravenöses IL-2 nicht vertragen, sei die Inhalation eine wertvolle Therapieoption, so das Fazit der Autoren.

Auch eine US-amerikanische Forschergruppe befaßt sich in einer bei der AUA-Tagung 2005 vorgestellten Arbeit intensiv mit IL-2, da die Substanz derzeit die einzig verfügbare Therapie beim metastasiertem Nierenzellkarzinom ist. Die Gruppe um Professor Jon Jones aus Los Angeles fand im Tumorgewebe von Nierenkrebspatienten ein charakteristisches Proteinmuster, mit dem IL-2-Responder erkannt werden können. Mit dem Proteinmarker läßt sich der Therapieerfolg unabhängig von anderen Einflüssen vorhersagen.

Da die Behandlung mit IL-2 teuer und für die Patienten belastend ist, könnten mit Hilfe der molekularen Untersuchung in Zukunft jene Patienten ausgewählt werden, die von einer IL-Behandlung besonders profitieren.

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