Ärzte Zeitung, 16.06.2005

Mit Komplexpräparat gibt es seltener eine Stomatitis

Homöopathikum hilft, Chemotherapie-Folgen zu lindern

BADEN-BADEN (hbr). Patienten mit einer Krebs-Chemotherapie entwickeln oft eine Stomatitis. In einer Studie mit Kindern senkte die Behandlung mit dem homöopathischen Komplexmittel Traumeel® S die Erkrankungsrate um ein Drittel.

An der randomisierten, Placebo-kontrollierten und doppelblinden Studie beteiligten sich 32 Patienten nach einer Knochenmarktransplantation. "Solche Patienten entwickeln während der Chemotherapie fast immer eine Stomatitis", so Dr. Menachem Oberbaum aus Jerusalem: Die Mundschleimhaut entzündet sich, es schmerzt, Ulzera entstehen, die Zunge schwillt. Bei ausgeprägter Stomatitis wird das Essen unmöglich, die Chemotherapie gestoppt.

Die Patienten waren drei bis 19 Jahre alt, ein Patient in jeder Gruppe bereits 25 Jahre, so Oberbaum bei einem Symposium des Unternehmens Biologische Heilmittel Heel in Baden-Baden. Das mittlere Alter betrug zehn Jahre. Alle Patienten spülten zweimal täglich den Mund mit Chlorhexidin.

Ab dem zweiten Tag nach der Transplantation kam fünfmal täglich eine Spülung mit dem Komplexmittel oder mit einem Scheinpräparat dazu. Das Mittel wurde danach geschluckt. In beiden Gruppen brach ein Patient die Studie am ersten Tag ab.

In der Placebogruppe erkrankten 14 von 15 Patienten an einer Stomatitis, dagegen blieben fünf der 15 Teilnehmer mit dem Homöopathikum von der Erkrankung verschont. In dieser Gruppe trat die Entzündung zudem im Mittel erst nach einer Woche auf, mit Placebo bereits nach vier Tagen.

Die Ergebnisse waren signifikant. Symptome wie Mundtrockenheit, Schmerzen und Eßprobleme waren unter Verum deutlich schwächer. Das Präparat beeinflusse wahrscheinlich proinflammatorische Mediatoren.

So habe kürzlich eine Studie belegt, daß das homöopathische Mittel in T-Lymphozyten, Monozyten und Darmepithelzellen die Sekretion von TNF-alpha, Interleukin-1-beta und Interleukin 8 hemmt, sagte Oberbaum (wir berichteten).

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