Ärzte Zeitung, 18.07.2005

Vor PET / CT sollen Patienten auf Kaffee oder Tee verzichten

Koffein verstärkt Aufnahme des Markers ins Myokard

TORONTO (gwa). Vor einer PET/CT zur Tumordiagnostik sollten Patienten ab 24 Stunden vor der Untersuchung kein Koffein, etwa als Kaffee, Tee oder in Medikamenten, zu sich nehmen. Auch auf Sport soll verzichtet werden. Denn sonst reichert sich der radioaktive Marker vermehrt im Herzmuskel an. Das kann die Interpretation der Bilder erschweren und könnte das Untersuchungsergebnis verfälschen.

Darauf hat Dr. Medhat M. Osman vom St. Louis Hospital in St. Louis im US-Staat Missouri beim Kongreß der Nuklearmediziner in Toronto hingewiesen.

Osman und seine Kollegen hatten festgestellt, daß sowohl Koffein als auch Sport die Verteilung des radioaktiven Markers beeinflußt, der zur PET/CT (Positronen-Emissions-Tomographie kombiniert mit Computer-Tomographie) gespritzt wird. Meist wird radioaktive Fluorodeoxyglukose (FDG) verwendet.

Bei Patienten, die etwa vor der Untersuchung Kaffee getrunken hatten, war die FDG-Marker-Aufnahme in den Herzmuskel aufgrund der erhöhten Myokarddurchblutung deutlich stärker als bei Patienten, die keinen Kaffee getrunken hatten. Das kann dazu führen, daß etwa kleine Tumorherde in Herznähe übersehen werden könnten, so Osman.

Auch Sport führt zu einer stärken Herzmuskeldurchblutung. Patienten sollten darauf hingewiesen werden, ab 24 Stunden vor einer PET/CT keinen Sport mehr zu treiben oder Koffein zu sich zu nehmen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »