Ärzte Zeitung, 17.11.2005

Register soll Wissen über ältere Krebskranke mehren

Therapien und Toxizitäten werden dokumentiert

FULDA (grue). Derzeit fehlen praktikable Screening-Instrumente, mit denen sich Therapiefolgen für ältere Krebspatienten abschätzen lassen. Mit einem Patienten-Register soll nun die epidemiologische Forschung in diesem Bereich aufgewertet werden.

Über die Hälfte der Krebspatienten sind älter als 65 Jahre und brauchen aufgrund altersspezifischer Veränderungen der Organfunktion und Besonderheiten in der mentalen und psychosozialen Verfassung eine angepaßte Therapie. Bisher sind Therapieentscheidungen bei älteren Patienten stark von der persönlichen Einschätzung und Erfahrung des behandelnden Arztes geprägt, zumal alte Menschen in klinischen Studien unterrepräsentiert sind.

Die vom Unternehmen Ortho Biotech, Division of Janssen-Cilag GmbH, ins Leben gerufene Initiative IN-GHO (Initiative Geriatrische Hämatologie und Onkologie) will mit online zugänglichen Therapieinformationen, Fortbildungsangeboten und einem anonymisierten Patienten-Register die Situation verbessern, wie Dr. Friedemann Honecker vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf bei einer Ortho Biotech-Veranstaltung in Fulda gesagt hat.

Ein Expertenbeirat aus elf Onkologen, Hämatologen und Geriatern wird die Aktivitäten auf der Website www.in-gho.de steuern. Die Initiative plant als Kernstück ein Patientenregister, in das Ärzte ab 2006 Patientendaten einfügen können. Aufgenommen werden Patienten über 70 Jahre mit hämatologischer Erkrankung oder solidem Tumor bei Erstkontakt oder Therapieumstellung.

Es sind Angaben über Therapieform und Toxizität nötig, außerdem werden die Ergebnisse eines geriatrischen Basis-Assessments aufgenommen. Dies enthält außer dem medizinischen Ernährungszustand auch kognitve Parameter sowie die Beurteilung der Mobilität und Sturzgefahr.

Ortho Biotech engagiert sich im Bereich geriatrische Onkologie unter anderem mit Bortezomib (Velcade®) zur Therapie beim rezidivierten multiplen Myelom. Das innovative Mittel hat jetzt auf der Medica in Düsseldorf den Galenus-von-Pergamon-Preis 2005 erhalten.

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