Ärzte Zeitung, 19.01.2006

Das Krebsregister in Bayern wird nun zu einer Dauereinrichtung

Landtag verlängert Krebsregister-Gesetz / Hohe Meldequote der Ärzte

MÜNCHEN (sto). Das Bayerische Krebsregister wird weiter ausgebaut. Das hat Gesundheitsminister Werner Schnappauf angekündigt, nachdem der Landtag das Bayerische Krebsregistergesetz unbefristet verlängert hat.

Ultraschalluntersuchung bei einer Frau: Häufigkeit und Verlauf von Krebserkrankungen sind gut dokumentiert. Foto: imago

Das "Bevölkerungsbezogene Krebsregister Bayern" war zum 1. Januar 2002 flächendeckend für Bayern eingeführt worden. Das Gesetz war zunächst bis Ende 2005 befristet. "Mit dem Krebsregister sollen Neuerkrankungsraten und Ursachen von Krebs ermittelt und die Qualität der Früherkennung gesichert werden", sagte Schnappauf.

Bereits drei Jahre nach Beginn der flächendeckenden Registrierung sei die Datenqualität so gut, daß Häufigkeit und Verlauf von Krebserkrankungen in Bayern in vielen Regionen zuverlässig beurteilt werden können. Die Daten seien vor allem für Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen wichtig. Auch die in Bayern starke Gesundheitsforschung profitiere vom Krebsregister, betonte Schnappauf.

Daten von Patienten, die neu an Krebs erkrankt sind, werden vor der Registrierung in einer eigens eingerichteten Vertrauensstelle anonymisiert. Ärzte sind berechtigt, die Daten zu melden. Eine Meldepflicht gibt es nicht. Die Qualität der Daten hängt aber von der Vollzähligkeit der Meldungen ab.

Für statistisch haltbare Auswertungen müssen mindestens 90 Prozent aller Patienten mit Krebsneuerkrankungen erfaßt werden. Diese Schwelle ist in den Regierungsbezirken Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz erreicht, Oberfranken steht kurz davor. Bei einigen Tumorarten, etwa bei Brustkrebs, ist diese Erfassungsquote bayernweit gegeben.

Das Krebsregister im Internet: www.krebsregister-bayern.de

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