Ärzte Zeitung, 27.03.2006

Krebshilfe will Spitzenzentren künftig fördern

BERLIN (ami). Für ein Drei-Säulen-Modell zur flächendeckenden onkologischen Versorgung plädiert der Berufsverband der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (BNHO).

Onkologische Behandlungseinheiten in Arztpraxen, Klinikambulanzen oder einzelnen Krankenhaus-Abteilungen bilden die erste Säule, wie es beim Deutschen Krebskongreß in Berlin hieß.

Ergänzt werden sollen sie durch onkologische Zentren, in denen Kliniken und Praxen vernetzt sind. Die dritte Säule sollen onkologische Spitzenzentren bilden, die sich vor allem durch ein komplexes Versorgungsangebot von anderen Zentren unterscheiden.

Zur Förderung und Etablierung dieser onkologischen Spitzenzentren nach dem Vorbild der Comprehensive Cancer Centers in den USA startet die Deutsche Krebshilfe im April einen Wettbewerb.

Fünf Zentren will sie drei Jahre lang mit je einer Million Euro fördern. Das Projekt soll vor allem dazu dienen, die grundlagennahe Forschung enger mit der therapeutischen Anwendung zu verzahnen und eine Qualitätssicherung auf internationalem Niveau voranzutreiben.

Der BNHO-Vorsitzende Dr. Stephan Schmitz begrüßte diese Initiative, warnte aber zugleich vor einer Monopolisierung innovativer Medizin in den Spitzenzentren. "Eine Zentralisierung der innovativen Versorgung Krebskranker auf wenige Zentren führt zwangsläufig zu Rationierung und Wartezeiten und damit zu einer Unterversorgung der Bevölkerung", so Schmitz.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »