Ärzte Zeitung, 12.12.2006

Patienten mit GIST profitieren von Sunitinib

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) / Studienparameter waren Gesamtüberleben und Zeit bis Tumorprogression

HAMBURG (awa). Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren (GIST), die gegen den Tyrosinkinase-Hemmer Imatinib resistent sind oder Imatinib nicht vertragen, profitieren noch von dem Multi- Tyrosinkinase-Hemmer Sunitinib.

Sunitinib (Sutent®) verlängert im Vergleich zu Placebo signifikant die Zeit bis zur Progression sowie das Gesamtüberleben. Das gilt für Patienten mit fortgeschrittenen oder metastasierten GIST, bei denen die Standardtherapie mit Imatinib versagt oder die sie nicht vertragen. Das hat Privatdozent Peter Reichardt von der Charité Berlin auf einer vom Unternehmen Pfizer ausgerichteten Veranstaltung in Hamburg berichtet.

Reichardt hat die Daten der verblindeten Zulassungsstudie vorgestellt. 312 Patienten mit GIST und Imatinib-Resistenz oder -Unverträglichkeit erhielten randomisiert im Verhältnis 2 : 1 Sunitinib oder Placebo. Vier Wochen lang nahmen sie täglich eine Kapsel mit 50 Milligramm Sunitinib, dann war zwei Wochen Pause. Sobald sich bei den Patienten mit Placebo ein Tumorwachstum nachweisen ließ, erhielten sie das Angebot, Sunitinib zu nehmen.

Schon die erste Zwischenanalyse habe ergeben, daß Sunitinib im Vergleich zu Placebo die Zeit bis zur Progression von im Median 1,5 auf 6,3 Monate verlängere. Außerdem war die Sterberate in der Placebo-Gruppe fast doppelt so hoch wie in der Verum-Gruppe, wie Reichardt sagte: Der Anteil der Todesfälle betrug 14 Prozent im Sunitinib-Arm und 25 Prozent im Placebo-Arm. Daraufhin wurde der Placebo-Arm vorzeitig abgebrochen, um allen Teilnehmern die Behandlung mit Sunitinib zu ermöglichen. Bei insgesamt 70 Prozent der Patienten aus dem Placebo-Arm kam es zur Progression.

Gleichzeitig mit der Zulassung bei GIST nach Imatinib-Versagen oder -Unverträglichkeit erfolgte auch die Zulassung bei metastasiertem Nierenzellkarzinom.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »