Ärzte Zeitung, 20.11.2007

Individualisierte Therapie - Option bei Myelom

DÜSSELDORF (nsi). "Das Plasmozytom ist die Erkrankung par excellence, um eine individualisierte Krebstherapie zu entwickeln", sagte Professor Michael Neumaier vom Institut für Klinische Chemie der Medizinischen Klinik Mannheim.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 3500 Menschen neu an einem Plasmozytom. Die Inzidenz liegt bei vier pro 100 000 Einwohner. Patienten mit dieser Krebserkrankung sind bislang jedoch nicht heilbar.

Die für das Plasmozytom spezifischen idiotypischen Antikörper eines Patienten ließen sich leicht sequenzieren, in Kulturzellen exprimieren und biotechnisch mit einem mitogen wirkenden Protein kombinieren, sagte Neumaier. Mit solchen Fusionsproteinen könnten etwa antigenpräsentierende Zellen wie die dendritischen Zellen stimuliert werden.

Eine Aktivierung von antigenspezifischen zytolytischen T-Zellen, von natürlichen Killer-Zellen und von antigenspezifischen T-Helferzellen, die individuell eine spezifische Immunantwort gegen Tumorzellen auslöse, sei bereits belegt. "In eine im engen Sinn individualisierte Therapie möchten viele Unternehmen nicht investieren", sagt Neumaier. Da müsste mit öffentlichen Geldern, etwa des BMBF, der Beweis der Machbarkeit erbracht werden. Gerade beim Plasmozytom stehen die Chancen sehr gut", so Neumaier zur "Ärzte Zeitung".

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