Ärzte Zeitung, 21.11.2007

Mit Laser werden Tumorproteine identifiziert

DÜSSELDORF (nsi). Ein neues Laser-Verfahren erleichtert die Tumor- Analyse in Biopsaten. Dabei werden Eiweiße mit einem Laser beschleunigt, ohne dass Gewebe zerstört wird - man kann es für weitere Analysen verwenden.

Mit immunhistochemischen Methoden lässt sich nur nach bereits bekannten Markern im Gewebe suchen. Eine Variante der Massenspektrometrie ermöglicht es, ein Bild von der lokalen Verteilung unbekannter Tumorproteine zu bekommen. Die Proteinzusammensetzung kann über eine farbliche Darstellung der Massenspektren mit konventionell bearbeiteten Gewebeschnitten verglichen werden.

"Mit dieser Form der molekularen Bildgebung können klinische Biopsate mit unklarer Diagnose untersucht, aber auch neue Markerprofile für Malignome validiert werden, sodass sich klinisch relevante Tumor-Subtypen identifizieren lassen", sagte Professor Axel Wellmann vom Allgemeinen Krankenhaus Celle beim Medica-Kongress.

Die Methode heißt MALDI-TOF-MS (Matrix Assisted Laser Desorption Ionization Time of Flight Massenspektrometrie). Das Biopsiematerial wird auf einen Probeträger aufgetragen und ionisiert. Durch einen Laserstrahl werden die ionisierten Proteine freigesetzt und fliegen im elektrischen Feld auf eine Messeinheit.

Die Zeit bis zum Eintreffen der Proteine wird gemessen: Sie unterscheidet sich nach Proteingröße. Die Untersuchung an Biopsien von Patienten mit Prostata- oder Harnblasen-Ca habe ergeben, dass die Spezifität und die Sensitivität über 90 Prozent liegen.

Weitere Infos zu dem Verfahren gibt es unter www.pathologen.net

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