Ärzte Zeitung online, 29.04.2008

Neue Röntgen-gestützte Therapien statt großer Operationen

BERLIN (dpa). Mit Hilfe neuer Röntgentechniken können Ärzte große Operationen vermeiden. Bei der Krebstherapie beispielsweise lassen sich mit minimal-invasiven Verfahren Tumoren im Körper erreichen, die sonst nur schwer zugänglich sind.

Das berichtete der Präsident des 89. Deutschen Röntgenkongresses, Professor Dierk Vorwerk vom Klinikum Ingolstadt, einen Tag vor Eröffnung des Kongresses am Mittwoch in Berlin. Die interventionelle Tumortherapie wird demnach meist dann angewandt, wenn ein Patient den Belastungen eines großen Eingriffs nicht gewachsen wäre oder wenn andere Behandlungsmethoden nicht erfolgreich waren.

Zahlreiche Behandlungsmethoden sind noch in der Testphase, doch bestimmte minimal-invasive Verfahren helfen schon jetzt, bei einer Krebserkrankung Blutgefäße zu verschließen, die einen Tumor versorgen, oder ein Geschwür durch Hitze, Kälte oder Strahlung zu zerstören. "Somit werden dem Patienten immer häufiger komplexe und belastende chirurgische Eingriffe erspart", betonte Vorwerk, Experte für Interventionelle Radiologie vom Klinikum Ingolstadt.

Der technische Fortschritt in der Radiologie ermöglicht aber auch insgesamt eine schnellere und exaktere Diagnostik als noch vor einigen Jahren. Mit diesen Errungenschaften könnten die Radiologen bereits bei Kleinkindern schwere Krankheiten wie Herzfehler oder Krebs erkennen und gezielter behandeln, hieß es. Außerdem können neue Bildgebungsverfahren helfen, Funktionsstörungen und Krankheitsprozesse bereits auf der Ebene zellulärer und molekularer Strukturen zu erkennen und als Vorboten einer ausbrechenden Krankheit zu identifizieren.

Auf dem Röntgenkongress wollen sich bis zum Samstag rund 7000 Experten über neue Therapiemöglichkeiten und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse austauschen. Der Kongress gilt als der wichtigste radiologische Fachkongress im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr wird er gemeinsam von der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) und der Österreichischen Röntgengesellschaft (ÖRG) veranstaltet.

Informationen unter: www.ipse.de/roeko2008

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