Ärzte Zeitung, 20.06.2008

50 Millionen Euro für Krebsforschung

Deutsche Krebshilfe zieht Bilanz / Ziel ist es, neue Erkenntnisse für Patienten zu nutzen

KÖNIGSWINTER/BONN (nsi). Forschung in der Onkologie zu fördern - das steht im Mittelpunkt der Aktivitäten der Deutschen Krebshilfe (DKH). Die DKH hat dafür im vergangenen Jahr 50 Millionen Euro ihrer privaten Spendergelder ausgegeben. Sie gehört damit zu den wichtigsten Förderern der Krebsforschung in Deutschland.

"12 bis 13 Millionen Euro sind allein in klinische Studien investiert worden, die sonst praktisch ausschließlich von Unternehmen finanziert werden", sagte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, in Königswinter bei Bonn.

Weitere etwa 50 Millionen Euro seien im vergangenen Jahr in den Aufbau und Erhalt von Forschungs- und Versorgungsstrukturen geflossen, etwa die Comprehensive Cancer Centers, in Strukturen zur Aufklärung und Früherkennung von Malignomen sowie den Ausbau der psychosozialen Betreuung und Palliativversorgung von Krebspatienten.

12 Millionen Euro hat die Krebshilfe 2008 in klinische Studien investiert.

"Wie verstehen uns als Transmissionsriemen dafür, dass die Ergebnisse der Grundlagenforschung rascher den Krebspatienten zugutekommen und dass nationale Kostenträger dazu bewogen werden, das im Bereich der Krebsprävention und der Behandlung von Patienten Notwendige in die Regelversorgung aufzunehmen", sagte Nettekoven bei einem Pressegespräch aus Anlass der 3. Mildred-Scheel-Krebskonferenz.

Der Nationale Krebsplan, der vor wenigen Tagen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) in Berlin vorgestellt worden ist (wir berichteten), sei ein wichtiger Schritt voran. Das Programm geht 2009 in die erste Phase und soll die Früherkennung von Malignomen weiterentwickeln, die onkologischen Versorgungsstrukturen und die Qualitätssicherung weiter ausbauen, eine effiziente Arzneimitteltherapie von Krebspatienten sicherstellen und die Patientenorientierung stärken.

Der Nationale Krebsplan wurde von der DKH zusammen mit der Deutschen Krebsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren initiiert.

Die aktuellsten Schätzungen der Krebsneuerkrankungen des Robert-Koch-Instituts gibt es zu 2004. In dem Jahr sind in Deutschland etwa 230 500 Männer und 206 000 Frauen neu an Krebs erkrankt.

Ausführliche Informationen über die Deutsche Krebshilfe gibt es im Internet unter der Adresse www.krebshilfe.de

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