Ärzte Zeitung, 01.09.2008

Neue Empfehlungen zur Krebsprävention

Bericht zum Einfluss von Ernährung und Bewegung / Maßnahmen beugen auch Diabetes und KHK vor

GENF (sh). Zehn Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Berichts zum Einfluss von Ernährung und körperlicher Aktivität auf die Prävention von Krebskrankheiten hat der World Cancer Research Fund (WCRF) einen aktualisierten zweiten Bericht publiziert. Dessen Ergebnisse und Empfehlungen wurden auf einem Symposium beim Welt-KrebsKongress in Genf vorgestellt.

Zurückhaltung bei Fastfood wie Pommes mit Currywurst wird all jenen geraten, die Krebs vorbeugen möchten.

Foto: Teamarbeit©www.fotolia.com

Im Zentrum des Berichts steht eine wissenschaftliche systematische Bewertung der veröffentlichten Literatur, die von Expertengruppen nach definierten Kriterien beurteilt wurde. Die daraus abgeleiteten Empfehlungen lauten:

  • Das Körpergewicht sollte innerhalb der normalen Grenzen so gering wie möglich sein.
  • Als körperliche Aktivität wird täglich ein strammer Fußmarsch von mindestens 30 Minuten oder eine entsprechende Bewegung empfohlen. Inaktive Verhaltensweisen wie häufiges Fernsehen sind zu vermeiden.
  • Energiereiche Getränke, also zuckerhaltige Limonaden und Fruchtsäfte, sowie Fastfood sind zu vermeiden. Die Essensportionen sollten möglichst klein gehalten werden.
  • Pflanzliche Nahrungsmittel sind zu bevorzugen, wobei möglichst wenig stärkehaltige Produkte gegessen werden sollten. Mindestens fünfmal täglich Gemüse oder Obst in möglichst unbearbeitetem Zustand sollten auf dem Speiseplan stehen. Faserreiche Ernährung ist zu bevorzugen, wobei der unterschiedliche Fasergehalt bei den einzelnen pflanzlichen Nahrungsmitteln zu beachten ist. Frisches Obst ist meist sehr faserarm, getrocknete Aprikosen sind wiederum sehr faserreich.
  • Rotes Fleisch und vor allem weiterverarbeitete Fleischprodukte wie Geräuchertes und Gepökeltes sollten gemieden werden. Pro Woche sollte der Konsum von rotem Fleisch auf 500 g beschränkt werden.
  • Männer sollten täglich nicht mehr als zwei alkoholhaltige Drinks (je 10 bis 15 g Ethanol), Frauen höchstens einen Drink zu sich nehmen.
  • Der tägliche Salzkonsum sollte nicht höher als 6 g sein, wobei zu beachten ist, dass etwa 75 Prozent des Salzes aus vorgefertigten Nahrungsmitteln stammt.
  • Nahrungsmittelergänzungen werden für die Krebsprävention nicht empfohlen. So ist zum Beispiel eine schädliche Wirkung von Beta-Karotin in hohen Dosen bei Rauchern nachgewiesen.

Diese Empfehlungen entsprechen weitgehend denen zur Prävention von Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer sich daran hält, hat also einen vielfältigen Nutzen.

www.dietandcancerreport.org

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »