Ärzte Zeitung, 12.01.2009

Was weiß und denkt die Bevölkerung über Krebs?

In reichen Ländern glauben die meisten, dass Krebs heilbar ist / Risikofaktoren werden falsch gewichtet

GENF (sh). Mehr als 80 Prozent der Menschen in reichen Ländern glauben, dass eine Heilung bei Krebs möglich ist. Das geht aus einer Umfrage in 29 Ländern zu Prophylaxe und Therapie bei Krebs hervor, die die International Union Against Cancer (UICC) analysiert hat.

Zur ersten Auswertung, die auf den Antworten von fast 30 000 Personen basiert, wurden die Länder in drei Einkommensklassen eingeteilt: Länder mit hohem, mittlerem und niedrigem Einkommen, wie Dr. David Hill beim Weltkrebskongress in Genf berichtet hat. Die Menschen in reichen Ländern sind zu 83 Prozent der Ansicht, dass es gute Möglichkeiten zur Heilung von Krebserkrankungen gibt. In Ländern mit mittlerem und geringem Einkommen glauben dies dagegen nur 61 oder 52 Prozent der Befragten.

In reichen Ländern wird die Diagnose früher gestellt

Dieses Ergebnis ist damit zu erklären, dass Menschen in reichen Ländern eher Zugang zu mehreren Therapiemöglichkeiten haben und dort die Diagnose in früheren Stadien gestellt wird, in denen eine Therapie erfolgversprechender ist.

Je höher das Einkommen in einem Land, umso mehr Alkohol wird getrunken. So hatten in armen Ländern 77 Prozent der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten keinen Alkohol getrunken. In den Ländern mit mittlerem und hohem Einkommen waren es dagegen nur 46 oder 24 Prozent. Und: Die Personen, die mehr Alkohol tranken, glaubten eher weniger an einen Zusammenhang zwischen Alkohol und Krebs.

Aus der Umfrage geht hervor, dass die Risikofaktoren für Krebs häufig falsch eingeschätzt werden. So glauben die meisten Menschen, dass Umweltverschmutzung das Krebsrisiko erhöht, tatsächlich ist sie aber nur von untergeordneter Bedeutung. Übergewicht sehen dagegen relativ wenig Befragte als Risikofaktor an, obwohl es ein wichtiger Risikofaktor für Krebs ist.

Adipositas als Risikofaktor für Krebs eher geleugnet

Menschen akzeptieren eher Risikofaktoren, die sie nicht direkt kontrollieren können, wie Umweltverschmutzung, als solche, an denen sie selbst beteiligt sind, etwa Adipositas.

Mehr Infos unter: www.uicc.org oder www.cancervic.org.au/uicc

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