Ärzte Zeitung online, 01.12.2008

Akupunktur wirkt auch ohne Zustechen gegen Übelkeit nach Bestrahlung

LINKÖPING/HAMBURG (dpa). Akupunktur hilft gegen Übelkeit bei Krebspatienten - auch wenn gar nicht zugestochen wird. So lautet das Ergebnis einer schwedischen Studie an der Universität Linköping. Sowohl eine Akupunktur nach den Regeln der traditionellen chinesischen Medizin als auch eine Scheinakupunktur linderte bei 95 von 100 Patienten die Übelkeit.

Das teilte der schwedische Wissenschaftsrat am Montag mit. Studienteilnehmer waren 215 Patienten, die als Folge einer Strahlentherapie an Brechreiz litten. Bei der Scheinakupunktur wurden stumpfe, zusammenschiebbare Nadeln benutzt, die nicht in die Haut eindrangen, sondern sie nur berührten.

Hingegen verschafften gewöhnliche schulmedizinische Maßnahmen nur jedem vierten Patienten Erleichterung, wie die Wissenschaftlerin Anna Enblom für ihre Doktorarbeit herausfand. Offensichtlich gehe der Erfolg der Akupunktur nicht auf die traditionelle Methode an sich zurück, folgert Enblom. Stattdessen wirke die verstärkte Zuwendung, die eine Akupunkturbehandlung mit sich bringe: Patienten führten Gespräche mit dem Akupunkteur, sie würden berührt, sie hätten mehr Zeit für sich und mehr Entspannung.

"Wir müssen als nächstes herausfinden, welcher Teil der Prozedur rund um die Akupunktur den Brechreiz lindert", sagte Enblom. Dann könne man diese Komponente gezielt für die Behandlung von Krebspatienten unter Strahlentherapie nutzen.

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