Ärzte Zeitung online, 15.01.2009

Übergewicht ist Risikofaktor für Eierstockkrebs

REGENSBURG (eb). Übergewicht erhöht das Risiko für Eierstockkrebs, und zwar um 25 bis 80 Prozent in Vergleich zu normalgewichtigen Frauen. Das haben Forscher aus den USA und Regensburg in einer Studie mit 94 525 Frauen festgestellt.

Im Rahmen der Studie des U.S. Krebsforschungszentrums untersuchte ein Team um Professor Michael Leitzmann, Direktor des Instituts für Epidemiologie und Präventivmedizin der Medizinischen Fakultät Regensburg die Beziehung zwischen Body-Mass-Index (BMI), und der Entwicklung von Eierstockkrebs. Verglichen mit Frauen, die zu Studienbeginn normalgewichtig waren (BMI unter 25), hatten übergewichtige Frauen (BMI 30 oder mehr) ein um 25 Prozent höheres Risiko.

Weitere Berechnungen ergaben, dass bei Frauen mit Übergewicht, die in den Wechseljahren keine Hormone einnahmen, die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung um 80 Prozent höher war.

An der umfangreichen Studie nahmen 94 525 Frauen der U.S. NIH-AARP Diet and Health Study teil, die bei Studienbeginn 1996 zwischen 50 und 71 Jahre alt waren. Die Teilnehmerinnen erhielten einen Gesundheitsfragebogen, der detaillierte Informationen über Körpermaße wie Gewicht, Umfang und Größe, zur allgemeinen Lebensweise und zur medizinischen Vorgeschichte abfragte. Anschließend wurden die Frauen über einen Zeitraum von sieben Jahren beobachtet, in dessen Verlauf alle Fälle von Eierstockkrebs erfasst und bestätigt wurden.

Eierstockkrebs tritt meistens nach den Wechseljahren auf. In Deutschland sind davon jährlich etwa 9 000 Frauen betroffen. Die Studie wird in der Printausgabe von "Cancer" am 15. Februar 2009 veröffentlicht.

Stichwort U.S. NIH-AARP Diet and Health Study

Die NIH-AARP Diet and Health Study des U.S. Krebsforschungszentrums startete 1995 mit über 500.000 Teilnehmern im Alter zwischen 50 und 70 Jahren. Die Studie soll das Verständnis für den Zusammenhang zwischen der Ernährungs- und Lebensweise und körperlicher Gesundheit fördern.

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