Ärzte Zeitung online, 16.02.2009

Staatsanwaltschaft prüft drei Krebsfälle von Asse-Mitarbeitern

BRAUNSCHWEIG/SALZGITTER (dpa). Die Staatsanwaltschaft Braunschweig will die Fälle von drei an Krebs erkrankten früheren Mitarbeitern des umstrittenen Atommülllagers Asse prüfen. "Wir haben am Freitag eine Person gehört und werden in der nächsten Woche zwei weitere Personen hören", sagte Staatsanwalt Joachim Geyer.

Darunter ist ein 46-Jähriger, der von 1987 bis 1990 in der Schachtanlage gearbeitet hatte. Der Mann erkrankte 1999 an Leukämie und beklagt heute, nie Schutzkleidung getragen zu haben. Als Reaktion auf die nun bekannt gewordenen Krebserkrankungen kündigte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ein "Gesundheitsmonitoring Asse" für die aktuell etwa 250 Mitarbeiter der Schachtanlage bei Wolfenbüttel an.

Auch ehemalige Beschäftigte sollten befragt werden, da mögliche Erkrankungen im Zusammenhang mit Strahlenbelastung wie zum Beispiel Krebs erst Jahre später auftreten könnten. Die Behörde erarbeitet als neuer Betreiber derzeit ein Schließungskonzept für das marode Lager mit rund 126 000 Atommüll-Fässern. Eine akute Gefahr für die Bevölkerung besteht laut BfS derzeit nicht. Für einen strafrechtlichen Ansatz müsste es konkrete Hinweise geben, dass jemand fahrlässig oder wissentlich die Mitarbeiter einer gesundheitsschädigenden Strahlung ausgesetzt hat, sagte Staatsanwalt Geyer der Deutschen Presse-Agentur dpa. Zudem müssten die Krankheiten zweifelsfrei durch die Arbeit in dem Atommülllager entstanden sein.

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