Ärzte Zeitung, 11.03.2009

Immer noch viele Probleme mit der BtMVV

Die Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) ist zwar in den vergangenen Jahren vereinfacht worden, doch sie bleibt weiter ein Hemmnis für die Verordnung starker Opioide. Darauf weisen Michael Strumpf und Anne Willweber-Strumpf (Göttingen) sowie Michel Zenz (Bochum), Autoren des im Oktober vergangenen Jahres herausgegebenen "Weißbuch Schmerz", hin, in dem die Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen analysiert wird.

Der rechtlich festgelegte bürokratische Aufwand mit Blick auf die BtMVV sei immens, heißt es dort. So müssten zum Beispiel spezielle Rezepte bei der Bundesopiumstelle beantragt werden, für die darüber hinaus eine besonders gesicherte Aufbewahrung erforderlich sei. Weiter gebe es spezielle Verordnungsformulierungen, Rezeptdurchschläge müssten archiviert werden, außerdem seien Überprüfungen durch den Amtsapotheker möglich.

Fazit der Weißbuch-Autoren: Die Beeinträchtigungen führen dazu, "dass viele klinisch tätige Ärzte keine Betäubungsmittelrezepte haben und starke Opioide somit auch nicht verordnen können". (fuh)

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[11.03.2009, 10:50:49]
Dr. Ronald Schaupeter  r.schaupeter@intermed-service.de
Ich kann jeden Schmerz ertragen - solange es nicht mein eigener ist!
Leiden wie ein Tier? Dann wäre vielen Menschen schon sehr geholfen!

Die Regularien der BtMVV sind schon uralt und haben auch ihre Berechtigung, um den BtM-Missbrauch einzudämmen. Die Veterinärmediziner praktizieren diesen verhältnismäßig überschaubaren administrativen Aufwand mit großer Selbstverständlichkeit. Apothekenprüfungen der Tierärztlichen Hausapotheken sind regelmäßig wiederkehrende Ereignisse in den Praxen und Tierkliniken. Wer nach EBM und GOÄ abrechnen kann, für den ist die BtMVV doch allerhöchstens das kleine Einmaleins. Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es aus schmerztherapeutischer Sicht langsam an der Zeit ist, mit den unter Schmerzen leidenen Menschen ähnlich fürsorglich umzugehen, wie es uns das Tierschutzgesetz für das Tier vorschreibt. (Unnötiges Leiden muss vermieden werden). Unsere Tiere lassen wir nämlich nicht leiden und geben adäquate Schmerztherapeutika. Beim Menschen wird gefürchtet: Er/sie könne einer Opioidabhängigkeit anheim fallen (in der Endphase des Lebens...). Wohl dem, der im Bedarfsfalle an ein professionelles Hospiz gerät oder wenigstens einen Schmerztherapeuten in Reichweite hat.
R. Schaupeter
Tierarzt
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