Ärzte Zeitung online, 06.03.2009

Dioxinwerte von Schafleber sollen bundesweit überwacht werden

KIEL/RECKLINGHAUSEN (dpa). Nach dem Fund dioxinbelasteter Schafleber in mehreren Bundesländern sollen die Schadstoffwerte nun bundesweit erfasst und überwacht werden.

Bund und Länder hätten ein gemeinsames Monitoring-Programm für Schafleber beschlossen, teilte Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) am Donnerstag in Kiel mit. Die exakte Ursache für die Belastungen ist unklar.

Erhöhte Dioxinwerte waren in Schleswig-Holstein zunächst nur bei Tieren aus den Überschwemmungsgebieten der Elbe aufgetreten, später dann aber auch in anderen Regionen. Auch in Nordrhein-Westfalen wurden solche Belastungen in Schafen gefunden. Beide Länder raten vom Verzehr von Schaflebern ab. Das ebenfalls betroffene Niedersachsen fordert sogar ein Verkaufsverbot.

Das Landesumweltamt von Nordrhein-Westfalen hatte in zehn von elf Proben deutlich überhöhte Werte nachgewiesen. Als Ursache nimmt das Amt die allgemeine Umweltbelastung mit Dioxinen und dioxinähnlichen polychlorierten Biphenylen (PCB) an. Der EU-weit festgelegte Höchstgehalt der Summe dieser Stoffe sei bis zum achtfachen überschritten worden.

Der einmalige Verzehr einer solchen Leber führe zwar zu keiner direkten gesundheitlichen Schädigung. Dennoch rät das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) generell vom Verzehr von Schaflebern ab. "Schaffleisch dagegen kann ohne Bedenken verzehrt werden", hieß es in einer Mitteilung am Donnerstag. Schafe reicherten diese chemischen Verbindungen in der Leber besonders stark an.

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