Ärzte Zeitung, 17.03.2009

Screening auf Ovarial-Ca vielversprechend

LONDON (ikr). Bei Frauen über 50 Jahren wird nahezu jedes zweite Ovarial-Ca in einem früheren Stadium erkannt, wenn jährlich eine Vaginalsonografie erfolgt. Ähnlich zuverlässig, aber mit weniger falsch-positiven Ergebnissen lassen sich solche Tumoren erfassen, wenn zusätzlich zum Ultraschall noch der Tumormarker Ca125 kontrolliert wird.

Das hat jetzt eine britische Studie mit mehr als 200 000 Frauen in der Postmenopause ergeben (Lancet Oncology online). 101 359 Frauen erhielten zwischen 2001 und 2005 keine Diagnostik, 50 640 unterzogen sich jährlich einer transvaginalen Ultraschalluntersuchung sowie einem CA125-Test. Und 50 639 Frauen wurden nur sonografiert. Frauen mit auffälligen Befunden wurden erneut untersucht.

Es wurden 55 invasive Ovarial-Karzinome und drei Tuben-Karzinome gefunden, davon waren 28 erst im Stadium I / II. Dabei machte es keinen Unterschied, welche Diagnostik zuvor erfolgte. Allerdings: Bei nur 9 Prozent der Frauen in der Kombigruppe erfolgten weitere Maßnahmen aufgrund auffälliger Befunde, mit dem Ultraschall allein bei 12 Prozent. Die kombinierte Diagnostik erhöht also die Treffsicherheit. Als nächstes wird geprüft, inwieweit das Screening die Sterberate beeinflusst.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »