Ärzte Zeitung online, 24.04.2009

Tumor wog mit 18 Kilogramm halb so viel wie die Patientin

BERLIN (dpa). Einer 35-jährigen Frau aus Saudi Arabien ist in Berlin ein bösartiger Knochentumor (Chondrosarkom) am Becken entfernt worden. Die Patientin wiegt nun 37 Kilogramm, der Tumor wog fast 18 Kilogramm! Nach Angaben der betreuenden privaten Klinikgesellschaft Capital Health Hospital Group soll es sich dabei um den weltweit größten Tumor dieser Art handeln.

Die Geschwulst musste zunächst mit einer gezielten Chemotherapie verkleinert werden, bevor die Ärzte sie in fünf Operationen entfernen konnten.

Die Diagnose sei bereits 2003 in der Heimat der Patientin gestellt worden. Eine damals vorgeschlagene Operation mit Entfernung der rechten Beckenhälfte und der Amputation des rechten Beines habe die Mutter von drei Kindern aber abgelehnt, teilte die Berliner Klinik mit, in der die Frau seit September 2008 betreut wird.

Der Patientin sei dann im vergangenen Sommer ein schrittweises Vorgehen empfohlen worden. Zu dem Zeitpunkt konnte die Frau nicht mehr aufstehen und gehen. Der Tumor habe das gesamte Becken ausgefüllt, es habe die Gefahr eines Darmverschlusses bestanden, der Urin sei über Schläuche aus der Niere abgeleitet worden. An manchen Stellen sei der Tumor durch eingerissene Haut nach außen gequollen, heißt es in der Patientengeschichte. Mit einer Chemotherapie sei der Tumor so weit verkleinert worden, dass die Frau operiert werden konnte.

Nun werde die Frau in ihre Heimat zurückkehren. "Wenn die Nachkontrollen keinen Tumor mehr zeigen, wird der Patientin in einem nächsten Schritt das teilentfernte Becken mit einem maßgeschneiderten Implantat rekonstruiert und ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt", heißt es in der Patientengeschichte weiter. Einzelheiten will die Klinik auf einer Pressekonferenz am Freitag mitteilen.

Bei Chondrosarkomen handelt es sich um bösartige Knochentumore. Sie liegen fast immer in der Nähe des Hüftgelenks und treten am häufigsten bei Erwachsenen zwischen 30 und 50 Jahren auf. Die Überlebenswahrscheinlichkeit hängt von Anteil der bösartigen Zellen ab.

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