Ärzte Zeitung, 18.06.2009

Kommentar

Rascher Erfolg nicht zu erwarten

Von Peter Leiner

Onkologen geben die Hoffnung auf einen therapeutischen Impfstoff gegen Krebs nicht auf - auch wenn sie bereits seit mehr als drei Dekaden versuchen, solche Vakzinen zu entwickeln. Doch aufgrund der Erfolge der immunologischen und molekularbiologischen Grundlagenforschung finden sie immer wieder neue Ansätze, mit denen sich das Immunsystem gegen malignen Zellen scharf machen lässt, ohne körpereigenes Gewebe zu zerstören. Jüngster Erfolg: bei Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom gezielt gegen die Krebszellen vorgehen zu können.

Die bisherigen Erkenntnisse machen jedoch zwei Dinge deutlich. Zum einen müssen solche therapeutischen Impfstoffe patientenspezifisch sein, um klinisch wirksam die Tumoren zerstören zu können. Und: Die Eigenschaften der Tumoren sind zu vielfältig, als dass schon in nächster Zeit gegen die wichtigsten Tumoren therapeutische Vakzinen verfügbar sein könnten - auch wenn bereits Vakzinen gegen weit mehr als zehn Tumorarten getestet werden.

Lesen Sie dazu auch:
Individuelle Tumorvakzine für NHL-Patienten

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »