Ärzte Zeitung online, 10.09.2009

Experten: Mehr psychosoziale Betreuung für Krebspatienten

HAMBURG (dpa). Die psychosoziale Betreuung von Krebspatienten etwa durch Psychologen und Sozialarbeiter sollte nach Ansicht von Experten dringend ausgebaut werden. "Da haben wir noch viel zu wenig", sagte die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Dagmar Schipanski, am Mittwoch in Hamburg.

Das Renditestreben vieler Kliniken führe dazu, dass Stellen von Klinikseelsorgern abgebaut würden, betonte der Vorsitzende der Hamburger Krebsgesellschaft, Ulrich Kleeberg. Die Krebshilfe sowie die Hamburger und die Deutsche Krebsgesellschaft organisieren an diesem Samstag in der Hansestadt eine Krebskonferenz für Patienten, Angehörige und Interessierte.

Die geringe psychosoziale Versorgung in Klinik und Ambulanz sei ein Problem geworden, sagte Kleeberg. Die Patienten sollten aber im Krankenhaus nicht nur medizinisch behandelt werden, forderte Schipanski - sondern auch psychosozial. Dabei kann es etwa um Konflikte in Partnerschaft und Familie sowie im Freundes- und Kollegenkreis gehen, aber auch um finanzielle Sorgen wegen der Krankheit.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 436 000 Menschen neu an Krebs, wie Schipanski berichtete. Etwa die Hälfte der Krebspatienten könne heute geheilt werden. Bis 2030 werde sogar mit etwa 580 000 Neuerkrankungen pro Jahr gerechnet. "All diese Krebspatienten brauchen sachliche, unabhängige und allgemein verständliche Informationen über ihre Erkrankung."

www.krebskonferenz.info

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »