Ärzte Zeitung online, 23.11.2009

Schlechte Karten für Bevacizumab bei Gehirntumor

BASEL (eb). Das Krebsmedikament Bevacizumab (Avastin®) kann offenbar nicht mit einer Zulassung für die Therapie bei Glioblastomen rechnen. Wie die PharmaWoche online berichtet, hat der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA eine Zulassungsempfehlung verweigert.

Die Verweigerung basiere auf Ergebnisse der Phase-II-Studie BRAIN, schreibt der Branchendienst. Der Hersteller Roche hatte für Avastin eine Indikationserweiterung als Monotherapie und in Kombination mit einer Irinotecan-Chemotherapie zur Behandlung des rezidivierenden oder fortschreitenden Glioblastoms (GBM) beantragt.

Roche zeigte sich laut PharmaWoche enttäuscht über die Stellungnahme. Man wolle daran festhalten, Avastin für Glioblastom-Patienten in Europa verfügbar zu machen. Als Haupteinwand führte der Ausschuss an, dass in der BRAIN-Studie eine Vergleichsgruppe ohne Avastin-Therapie fehlte. In den USA hatte der monoklonale Antikörper im Mai 2009 eine beschleunigte Zulassung in dieser Indikation erhalten.

Avastin ist in Europa zur Behandlung von Dickdarmkrebs, Brustkrebs, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) und dem Nierenkarzinom in jeweils fortgeschrittenem Stadium zugelassen. In den USA hat Roche zwei weitere Anträge für Avastin eingereicht, für die Kombination mit üblichen Chemotherapien bei nicht mit Chemotherapie vorbehandelten Patientinnen mit metastasierendem HER2-negativem Brustkrebs.

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