Ärzte Zeitung, 17.02.2010

Krebs aus der Limoflasche?

Von Wolfgang Geissel

Krebs aus der Limoflasche?

© Scott Karcich / fotolia.com

"Softdrinks erhöhen die Krebsrate um 87 Prozent", titelte "Bild" vergangene Woche, und ähnliche Meldungen kamen auch von vielen anderen Medien. Quelle war eine Studie in Singapur, in der die Essgewohnheiten einer Bevölkerungsgruppe von über 60 000 Chinesen erhoben worden waren. Die gesundheitliche Entwicklung der Teilnehmer wurde dann über 14 Jahre analysiert.

Insgesamt gab es 140 Erkrankungen an Pankreas-Krebs. Bei denjenigen, die zwei und mehr zuckerhaltige Limonaden pro Woche zu sich nahmen, war die Krebsrate 87 Prozent höher als bei denjenigen, die nach ihren Angaben keine Softdrinks konsumierten. Es könnte also einen Zusammenhang zwischen Pankreas-Krebs und Softdrinks geben, ist das vorsichtige Fazit der Forscher.

Sie räumen ein, dass die Studie kein Beleg dafür ist, dass Limonade den Krebs wirklich verursacht. Softdrink-Konsum könnte auch nur ein Marker für ungesunde Lebensweise sein, denn die Limonadenfreunde haben in der Studie auch mehr geraucht und sich auch sonst ungesünder ernährt. Fazit: Softdrinks sind sicher nicht gesund, und häufiger Konsum begünstigt Übergewicht und Adipositas. Aber Limonaden auch kanzerogene Eigenschaften zu attestieren, ist nach Studienlage nicht gerechtfertigt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Künstliche Herzklappe raubt oft den Schlaf

Fast ein Viertel aller Patienten mit einer mechanischen Herzklappe klagt über Schlafstörungen. Die Ursache hat eine einfache Erklärung. mehr »

Das sind die Wünsche an die neue Weiterbildung

Am Freitag steht die Musterweiterbildungsordnung auf der Agenda des Deutschen Ärztetags. Wir haben dazu drei junge Ärzte und den BÄK-Beauftragen Bartmann befragt. mehr »

"Sportlich, unrealistisch, überkommen"

Am Donnerstagnachmittag debattiert der Deutsche Ärztetag über die GOÄ-Novellierung. Unsere Video-Reporter haben sich vorab dazu umgehört. mehr »