Ärzte Zeitung online, 18.02.2010

Zytokine sollen bei Krebs das Immunsystem wieder fit machen

MÜNCHEN (mn). Viele Patienten bekommen nach einer Stammzellentransplantation schwere Infektionskomplikationen. Forscher wollen das Zusammenspiel des Immunsystems besser verstehen, um es bei Krebserkrankungen fit gegen Infektionen zu machen. Dazu sollen nun Zytokine erforscht werden.

Für eine zielgerechte Abwehrreaktion des Immunsystems müssen eine Vielzahl von Komponenten zusammenspielen. Die Wirkung und das Zusammenspiel der Zytokine, die auch Regulatormoleküle genannt werden, sind noch nicht vollständig bekannt.

In dem Projekt soll die Wirkung einer bestimmten Zytokinen-Gruppe, die TNF-Liganden, auf die Aktivierung und Funktion von T-Zellen untersucht werden. Um die Wirkung analysieren zu können, sollen künstliche Immunzellen mit den Regulatormolekülen bestückt werde. Diese werden dann dazu eingesetzt, in der Zellkultur T-Zellen zu aktivieren.

So soll untersucht werden, welche Wirkung unterschiedlich bestückte künstliche Immunzellen auf die Entstehung einer T-Zell-abhängigen Abwehrreaktion haben. Es sollen dabei nicht nur die Wirkung einzelner Zytokine miteinander verglichen werden, sondern auch unterschiedliche Kombinationen und Konzentrationen.

Ziel ist es, mit künstlichen Immunzellen das Zusammenspiel des Immunsystems im Patienten besser zu verstehe. Und Instrumente zu Verfügung zu haben, die eine wünschenswerte Immunantwort auslöst und aufrecht erhält.

Gefördert wird das Projekt von der Wilhelm Sander-Stiftung mit über 190 000 Euro.

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