Ärzte Zeitung online, 25.02.2010

Personalisierte Medizin wird in der Krebstherapie immer wichtiger

Personalisierte Medizin wird in der Krebstherapie immer wichtiger

BERLIN (ple). Krebs wird zur führenden Todesursache in Deutschland - so die Einschätzung von Professor Wolff Schmiegel, Präsident des diesjährigen Deutschen Krebskongresses in Berlin. Mit der personalisierten Medizin soll dieser Entwicklung entgegen gesteuert werden.

Bei der Eröffnung des 29. Deutschen Krebskongresses am Mittwoch erinnerte Schmiegel daran, dass derzeit jährlich 450 000 Menschen in Deutschland neu an Krebs erkranken. Etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland sind krebskrank oder hatten Krebs und gelten als geheilt, so der Onkologe.

Innovative Arzneimittel haben schon jetzt die Therapie-Optionen bei einigen Krebserkrankungen verbessert, etwa bei chronischer myeloischer Leukämie und bei Tumoren der Brust und des Darms. Schmiegel sprach bei der Kongresseröffnung von der "Zukunftsvision einer personalisierten Krebsmedizin" und definierte diese so: die richtige Therapie für den richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt. Dabei helfen prädiktive Marker wie Her2 bei Brustkrebs, EGFR bei einer bestimmten Lungenkrebsart und K-ras bei Darmkrebs bei der Entscheidung für die Therapie mit Trastuzumab, Gefitinib oder Cetuximab.

Ein weiteres Beispiel: Mit einer pharmakogenomischen Analyse kann vor der Therapie geprüft werden, ob ein Patient eine bestimmte Mutation im Erbgut trägt, die dazu führt, dass das Krebsmedikament Irinotecan verzögert abgebaut wird. Zu diesem Zweck können nach Angaben des Onkologen und Hämatologen schon heute mehrere Milliarden DNA-Bausteine in kurzer Zeit kostengünstig analysiert werden. Schmiegel ist überzeugt davon, dass mit der personalisierten Medizin die Krebstherapie optimiert werden kann.

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