Ärzte Zeitung online, 25.02.2010

Große Erfolge bei der Therapie von Kindern mit Krebs

Große Erfolge bei der Therapie von Kindern mit Krebs

BERLIN (ugr). Die pädiatrische Onkologie ist eine Erfolgsgeschichte. Fast vier von fünf Kindern überleben ihre Krebserkrankung, beim Morbus Hodgkin werden sogar Heilungsraten von bis zu 95 Prozent erzielt. Ein Grund dafür: 95 Prozent der Betroffenen werden in Therapieoptimierungsstudien behandelt.

"In Europa wird jährlich bei 15 000 Kindern und Jugendlichen eine Krebskrankheit diagnostiziert, in Deutschland bei rund 2 000", erklärte Professor Thomas Klingebiel aus Frankfurt am Main während einer Pressekonferenz beim Krebskongress in Berlin. "In dieser Altersgruppe sind Leukämien mit 34 Prozent, Tumoren des zentralen Nervensystems mit 20 und Lymphome mit 13 Prozent am häufigsten." In den letzten 40 Jahren konnten die durchschnittlichen Heilungschancen von unter 20 auf heute 75 bis 80 Prozent dramatisch gesteigert werden.

Die Teilnahme an klinischen Studien sei dabei von wesentlicher Bedeutung. Europaweit werden in über 250 spezialisierten Behandlungszentren fast alle Kinder und Jugendliche mit bösartigen Erkrankungen im Rahmen von Studien behandelt. Viele dieser Studien werden von Deutschland aus initiiert, organisiert und geleitet. Klingebiel: "Darin geht es meist nicht um die Zulassung von neuen Medikamenten, sondern um die Verbesserung einer oft komplexen Therapiestrategie."

Die Behandlungserfolge der Kinderonkologie haben dazu geführt, dass heute zunehmend mehr ehemalige pädiatrisch-onkologische Patienten das Erwachsenenalter erreichen. "Heute ist jeder 250ste Mensch zwischen 15 und 45 Jahren in Europa ein Überlebender einer bösartigen Erkrankung im Kindesalter", so Klingebiel. Langzeitüberlebende leiden häufig an medizinischen, emotionalen und psychosozialen Folgen der intensiven Therapie und der Krebserkrankung. Bei etwa drei Prozent von ihnen treten in der Folge Zweittumoren auf.

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