Ärzte Zeitung online, 26.02.2010

MSD vergibt Stipendium für Forschungsprojekt zu Tumor-Stammzellen bei Gliomen

BERLIN (eb). Dr. Jaroslaw Maciaczyk erhält das MSD-Stipendium 2009 Onkologie in Höhe von 12 000 Euro. Das teilt das Unternehmen MSD mit.

Maciaczyk erhält das Stipendium für sein Forschungsprojekt "In vitro and in vivo characterization of brain tumor stem-like cell (BTSC) population from high grade gliomas derived from neurogenic and non-neurogenic regions of the human central nervous system". Die Verleihung fand am Donnerstag, 25. Februar, im Rahmen des 29. Deutschen Krebskongresses in Berlin statt.

Gliome sind die häufigste Form hirneigener Tumoren und entstehen aus Stütz- oder Gliazellen. Trotz unbestrittener Fortschritte in der Diagnose haben sie immer noch eine schlechte Prognose, da sie zum Zeitpunkt der Entdeckung meist schon infiltrativ in Nachbargewebe eingewachsen sind. Das schränkt die Effektivität lokaler Verfahren wie der Tumorresektion oder der Bestrahlung und auch die Wirksamkeit der Chemotherapie ein. Wie man inzwischen weiß, sind stammzellartige Zellpopulationen im Hirntumor für die Entwicklung und Progression der Tumorerkrankung verantwortlich. Dabei scheint der Kontakt des Tumors mit der Zerebrospinalflüssigkeit in der subventrikulären Zone oder im Subarachnoidalraum darüber zu entscheiden, wie invasiv das Gliom wächst.

Dr. Jaroslaw Maciaczyk hat sich seit seiner Doktorarbeit mit humanen neuronalen Stammzellen beschäftigt und arbeitet zur Zeit in der Abteilung für Allgemeine Neurochirurgie der Universität Freiburg, wo er im Anschluss an ein Kurzzeit-Stipendium an der Johns Hopkins Universität, Baltimore, USA, bereits ein Verfahren entwickelt hat, um Tumorzellen anzureichern, die aus malignen Gliomen von Patienten gewonnen wurden. Ziel seiner Forschung ist es, die Variablen, die für die Malignität entscheidend sind, und mögliche therapeutische Optionen, die sich daraus ergeben, zu identifizieren. Konkret will er die Hypothese prüfen, dass der enge Kontakt des Tumors mit der Zerebrospinalflüssigkeit, die möglicherweise wichtige Wachstumsfaktoren enthält, der entscheidende Faktor für die Malignität ist.

Im Rahmen seines jetzigen Gastaufenthaltes an der Johns Hopkins Universität, dieses Mal bei Dr. Alfredo Quinones-Hinojosa, will er projektbezogene Techniken, wie ELISA (Enyzme-linked Immuno-sorbent Assay) oder in vitro-Migrations-Tests erlernen. Darüber hinaus möchte er erste Patienten mit malignen Hirntumoren in eine Studie einschließen und aus Tumorzellen der Patienten freischwimmende Zellkulturen anlegen, um Oberflächenrezeptorprofile zu analysieren. Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes soll diese Arbeit nach seiner Rückkehr fortgesetzt werden, um weitere zelluläre und genetische Aspekte, die zur Tumorentstehung aus stammzellartigen Tumorzellen beitragen, zu analysieren.

MSD vergibt jährlich Forschungsstipendien in Höhe von jeweils 12 000 Euro. Die Stipendien sollen jungen promovierten Humanmedizinern/-innen ermöglichen, bei einem mehrwöchigen Aufenthalt an einer Institution im In- oder Ausland neue wissenschaftliche Verfahrensweisen zu erlernen, um sie dann an ihrem Heimatinstitut bzw. an ihrer Heimatklinik zu implementieren. Die Auswahl des Stipendiaten trifft jeweils eine unabhängige Jury aus hochrangigen Wissenschaftlern.

Informationen zum Bewerbungsmodus finden Interessenten im Internet unter www.msd.de/forschung/stip/stip_8300.html.

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