Ärzte Zeitung online, 08.04.2010

Nutzen und Grenzen der Nanomedizin

Nanoteilchen täuschen Krebszellen nach Trojanerart / 116. Internistenkongress

WIESBADEN (eb). Derzeit durchlaufen mehrere nanomedizinische Entwicklungen Tests. Welche Chancen die Nanotechnologie der Medizin eröffnet und welche Risiken bestehen, diskutieren Forscher und Vertreter der Industrie auf dem Frühjahrssymposium der Korporativen Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).

Nutzen und Grenzen der Nanomedizin

Ein Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters. Nanoteilchen sind so klein, dass sie sogar Zellmembranen und die Barriere zwischen Blutbahn und Gehirn überwinden. In der Medizin erhoffen sich Wissenschaftler hiervon besonders in den Bereichen Onkologie und Genmedizin neue, wirksame Therapien, sagt Dr. Franz-Josef Wingen, Sprecher der Korporativen Mitglieder der DGIM aus Leverkusen. Eine neue nanotechnologische Krebstherapie zum Beispiel nutzt das Prinzip Fernzünder: Forscher spritzen mit Eisenoxid versehene Nanopartikel direkt in das Tumorgewebe. Von außen erwärmen sie anschließend mit einem Elektromagneten das Eisenoxid, die Krebszellen sterben ab.

Besonders auch der Wirkstofftransport entwickle sich vielversprechend, teilt die DGIM mit. Nanopartikel schleusen Medikamente zielgenau an ihren Wirkort und setzen dort ihren Wirkstoff frei. Wie dies funktioniert, wie Nanotechnik die Patientenversorgung verändert und welche Entwicklungen zu erwarten sind, ist Thema des Frühjahrssymposiums der Korporativen Mitglieder der DGIM.

Das Symposium "Nanomedizin: Hope oder Hype?" findet am Dienstag, den 13. April 2010 in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden statt.
Mehr Infos unter www.dgim2010.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »