Ärzte Zeitung, 30.04.2010

Hyperthermie ergänzt Chemo gegen Krebs

MÜNCHEN (ple). Patienten mit Weichteilsarkomen profitieren von einer lokalen Erhöhung der Temperatur zusätzlich zur Chemotherapie. Das ist das Fazit aus der ersten randomisierten Phase-III-Studie mit mehr als 340 Patienten (Lancet Oncol online). Patienten mit Chemotherapie plus lokaler Hyperthermie lebten im Median noch 32 Monate ohne Krankheitszeichen, Patienten der Vergleichsgruppe ohne Hyperthermie hatten dagegen nur 18 Monate im Median keine Krankheitszeichen. Dieser Therapie-Erfolg beruhe vor allem darauf, dass das lokale Fortschreiten der Tumorerkrankung verhindert werde, so die Arbeitsgruppe um Professor Rolf Issels aus München-Großhadern.

Teilgenommen hatten Hochrisiko-Patienten, darunter Patienten mit einem Weichteilsarkom retroperitoneal oder im Abdomen. Bei der Hyperthermie wurde das Tumorgewebe mittels elektromagnetischer Strahlung (100 MHz) auf 42 °C erhitzt, für eine Stunde am ersten und am vierten Tag eines Chemotherapie-Zyklus.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »