Ärzte Zeitung online, 01.07.2010

Serbische Ärzte verabreichten Krebsmittel wegen Provision

BELGRAD (dpa). Serbische Ärzte haben Krebskranken unnötige Anti- Krebsmittel verabreicht, um saftige Provisionen zu kassieren. Das berichteten Medien am Donnerstag in Belgrad. Der Direktor des nationalen "Instituts für Onkologie und Radiologie" in Belgrad, Nenad Borojevic, sei daher gemeinsam mit drei anderen führenden Ärzten verhaftet worden.

Die Ärzte hätten auch Kindern eine bis zu dreifach höhere Dosis von Zytostatika verschrieben als eigentlich notwendig gewesen wäre, hieß es in den Berichten weiter. Sie hätten dafür Provisionen von mehr als einer halben Million Euro erhalten, mit denen sie teure Autos finanzierten.

Die Behörden untersuchten jetzt, ob die hohen Arzneimitteldosen zu Todesfällen geführt hatten. Es werde mit weiteren Verhaftungen gerechnet.

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