Ärzte Zeitung online, 02.10.2010

Pankreas-Ca: Therapie-Sequenzen in AIO-Studie ähnlich wirksam

Pankreas-Ca: Therapie-Sequenzen in AIO-Studie ähnlich wirksam

BERLIN (gvg). Bei der Jahrestagung der DGHO wurden Ergebnisse einer randomisiert-kontrollierten Therapieoptimierungsstudie beim Pankreaskarzinom vorgestellt. Capecitabin/Erlotinib gefolgt von Gemcitabin war dem Standard Gemcitabin/Erlotinib gefolgt von Capecitabin nicht unterlegen.

Die Studie AIO-PK0104 wurde von der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) konzipiert und umgesetzt. Es nahmen 281 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Pankreaskarzinom aus 46 Behandlungszentren teil.

"Der Standard bei diesen Patienten ist bisher die Therapie mit Gemcitabin. Erlotinib bringt einen gewissen Zusatznutzen, und der Stellenwert einer Zweitlinientherapie ist weitgehend unklar", sagte Dr. Stefan Böck von der Medizinischen Klinik 3 am Universitätsklinikum München.

Vor diesem Hintergrund wurden die Patienten im Standardarm der AIO-Studie in der Erstlinie mit einer Kombination aus Gemcitabin i.v. (1000 mg/m2 KO pro Woche) und 150 mg Erlotinib täglich oral behandelt, gefolgt von zweimal 1000 mg/m2 KO Capecitabin oral über 14 Tage alle drei Wochen. Im experimentellen Arm wurde zunächst Capecitabin plus Erlotinib eingesetzt. Erst in der Zweitlinie folgte dann Gemcitabin als Monotherapie.

Primärer Endpunkt war die Zeit bis zum Therapieversagen nach der Zweitlinientherapie (TTF2). Therapieversagen war definiert als Krankheitsprogression, unakzeptable Toxizität, Tod oder Therapieabbruch durch den Patienten.

"Bei diesem Endpunkt gab es praktisch keinen Unterschied zwischen den Gruppen", sagte Böck in Berlin. Die TTF2 lag jeweils bei etwas über vier Monaten. Das mediane Gesamtüberleben betrug 6,6 Monate im Standardarm und 6,9 Monate im experimentellen Arm. Der Unterschied war nicht signifikant. Die Nichtunterlegenheit der Sequenz Capecitabin/Erlotinib gefolgt von Gemcitabin sei damit gezeigt, so Böck.

Unterschiede fanden sich allerdings dann, wenn Erst- und Zweitlinie getrennt analysiert wurden. Hier gab es für den jeweils Gemcitabin-haltige Studienarm signifikante Vorteile. So lag die Zeit bis zum Therapieversagen nach Erstlinientherapie - ein sekundärer Endpunkt - bei Gemcitabin/Erlotinib-Therapie bei 3,8 Monaten, gegenüber 2,4 Monaten bei Capecitabin/Erlotinib-Therapie.

Beim Sicherheitsendpunkt bot sich das zu erwarten differenzierte Bild. Hämatologische Toxizitäten waren bei Einsatz der Gemcitabin-Kombination häufiger. Die Capecitabin-Kombination brachte dagegen mehr Hand-Fuß-Syndrome

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