Ärzte Zeitung online, 22.07.2011

Kleine Leute, kleineres Krebsrisiko

OXFORD (ikr). Kleine Menschen mögen im Vergleich zu großen einige Nachteile haben, aber es gibt aktuellen Studiendaten zufolge auch einen Vorteil: Kleine Frauen und kleine Männer haben ein etwas geringeres Krebsrisiko als große.

Kleine Leute, kleineres Krebsrisiko

Groß oder klein: In der Mitte ist das Krebsrisiko höher.

© Xaver Klaussner / fotolia.com

Die Autoren der Million Women Study haben bei 1.297.124 Frauen die Krebsrate über im Mittel 9,4 Jahre ermittelt. In dieser Zeit traten insgesamt 97.376 Krebserkrankungen auf (Lancet Oncology online, 21. Juli). Die Studienteilnehmerinnen waren im Mittel 56 Jahre alt und knapp 160 cm groß.

Dabei stellte sich heraus: Kleinere Frauen hatten ein signifikant geringeres Krebsrisiko als große. Aus den Daten der prospektiven Kohortenstudie haben die Forscher um Dr. Jane Green von der Universität in Oxford berechnet: Pro 10 cm, die die Körpergröße über etwa 150 cm hinausgeht, erhöht sich das Krebsrisiko um 16 Prozent.

Das bedeutet zum Beispiel bei Frauen mit einer Körpergröße von 173 cm immerhin ein Anstieg des Krebsrisikos um 37 Prozent.

Am höchsten ist offenbar das Risiko für Melanome, Nierenkrebs und Leukämie mit der Körpergröße der Frauen assoziiert. So ist das Melanomrisiko mit jedem Anstieg um 10 cm um 32 Prozent erhöht, das Nierenkrebsrisiko um 29 Prozent und das Leukämierisiko um 26 Prozent. Das Brustkrebsrisiko ist lediglich um 17 Prozent, aber immer noch signifikant erhöht.

Die Ergebnisse der Million Women Study bestätigt auch eine Metaanalyse, in die die aktuelle britische Studie sowie zehn weitere prospektiver Studien einbezogen wurden. Diese ergab einen Anstieg des relativen Risikos um 14 Prozent für jeden Zuwachs der Körpergröße um 10 cm.

Eine solche Relation wurde übrigens auch für Männer beobachtet, allerdings in etwas geringeren Ausmaß: Das Krebsrisiko nahm bei ihnen mit jedem Zuwachs der Körpergröße um 10 cm um 10 Prozent zu.

Wie läßt sich der Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und Körpergröße erklären? Hierbei könnten, Faktoren wie die Genetik, die Ernährung und der Hormonstatus eine Rolle spielen, vermuten die britischen Forscher.

Sie haben aber noch eine weitere mögliche Erklärung parat. Das höhere Krebsrisiko von großen Menschen könne vielleicht darauf zurückzuführen sein, dass diese mehr Körperzellen, einschließlich Stammzellen, haben und daher ein höheres Risiko für Mutationen, die zu Malignomen führen.

Weitgehend unabhängig waren die Ergebnisse von anderen Faktoren die das Krebsrisiko beeinflussen können wie etwa dem sozioökonomischen Status.

[22.07.2011, 17:49:53]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Mein WDR-Medizin-Tatort
Wir sollten dazu den begnadeten Professor Karl-Friedrich Börne (alias Jan Josef Liefers), rechthaberischer Rechtsmediziner im Münsteraner "Tatort" des WDR, befragen. Dieser würde uns mit Sicherheit an seine kleinwüchsige Assistentin "Alberich" (den Nibelungenzwerg), gespielt von ChrisTine Urspruch, verweisen:

Während einer abenteuerlichen Suche nach dem Ursprung des verringerten Krebsrisikos bei kleinen Leuten, bei der Hauptkommissar Frank Thiel (alias Axel Prahl) eine nicht unbedeutende Rolle spielt, wird in finsteren Kellerräumen der Uniklinik ein "Verkleinerungslabor"
gefunden, in dem der berüchtigte Professor Salber Quack (gespielt von Frank Goosen) schmutzige Menschenexperimente macht. Durch ein spezielles Dialyseverfahren wird somatotropes Hormon (STH) aus dem Blutkreislauf besonders großgewachsener Menschen extrahiert, um später in ausgewählten Münsterländer Schweinemastbetrieben für besonders große Lummerkoteletts zu sorgen. Durch Entzug von STH, so die theoretische Annahme von Prof. Quack, könnten die großen Menschen ihr Krebsrisiko verkleinern.

Durch chronische Geldnot und Spielschulden angetrieben, geriet der Vater von Kommissar Thiel, gespielt von Claus Dieter Clausnitzer, in die Fänge von Professor Salber Quack: Er hatte diesen einmal mit seinem altersschwachen Taxi zu einer der einschlägig bekannten, schlagenden Verbindungen Münsters gefahren. Fürs nächste Taxi-Volltanken hätte er eigentlich einen Kleinkredit bei der Bochumer GLS-Bank (GLS für "Geben, Leihen, Schenken") aufnehmen müssen und hatte nicht mal mehr das Geld für diese weite Fahrt ins Ruhrgebiet. So unterschrieb er denn im funzeligen Licht seines Wagens blanko ein Formular für einen vermeintlichen Beratervertrag in Sachen Lebenskunst und legalisiertem Haschisch-Konsum.

Tatsächlich war es aber ein knallharter Knebelungsvertrag, mit dem er sich den Somatropin-Experimenten des verrückten Professors unterwarf.
Als der Vater von Kommissar Thiel im finsteren Uniklinikkeller den rotierenden Walzen des Dialysegerätes zuschauen musste, versuchte Professor Börne oben auf dem Klinikparkplatz zu wenden. Auf dem Beifahrersitz saß nicht, wie zu erwarten, Hauptkommissar Thiel oder seine Assistentin Alberich, sondern eine verführerische, angehende Dozentin für Rechtsmedizin von der Pariser Sorbonne. Börne wollte einen besonders eleganten Powerslide-Trick mit seinen Porsche vollführen, als das Wagenheck ausbrach und er mit gewaltiger Traktion schleudernd die Außenmauern des Klinikum Münster durchbrach. Er landete ausgerechnet im Keller von Prof. Quack zwischen einer Ultrazentrifuge und einer Petrischale mit Schweinehypophysen.

Professor Quack atmete noch einige Male schwer, griff sich dann mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Herzregion und verschied im Sekundenherztod mit einem kapitalen Papillarmuskelabriss; wie Professor Börne bei der anschließenden Obduktion unschwer feststellen konnte. Thiel, der rein zufällig mit dem Fahrrad vorbeikam, und Alberich, die aus dem benachbarten Institut für Rechtsmedizin hinzueilte, befreiten den Vater des Hauptkommissars behutsam aus den Klauen des Dialyseapparates. Der Porsche von Prof. Börne war natürlich ein Totalschaden und wurde durch die Vollkaskoversicherung nach 3 Tagen durch einen Neuen, einen Carrera-6, ersetzt. Thiels Vater aber verdiente sich mit der Fahrt seines Lebens gutes Geld für die nächsten Pokerrunden: Er fuhr die bezaubernde französische Rechtsmedizinerin mit seinem alten, klapperigen Taxi nach Paris. Natürlich nicht ohne vorher am Prinzipalmarkt Obst, original französischen St. Albray Käse und St. Emilion-Village Rotwein zu erstehen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »