Ärzte Zeitung, 27.09.2011

Fahrplan zur Vorsorge in Rhein-Neckar

Das Gesundheitsnetz Rhein-Neckar will in einer konzertierten Aktion über alle Vorsorgemaßnahmen der gesetzlichen Krankenkassen zu den besonders häufigen Erkrankungen informieren und vor allem die Versicherten zur Teilnahme motivieren.

Von Ingeborg Bördlein

Vorsorgefahrplan in der Region Rhein-Neckar

Professor Jürgen F. Riemann, Vorsitzender Stiftung Lebensblicke

© privat

LUDWIGSHAFEN. "Verpassen Sie den Zug zur Vorsorge nicht!" Unter diesem Motto startet das Gesundheitsnetz Rhein-Neckar e.V. eine konzertierte Aktion zur Vorsorge häufiger Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und Krebs.

Mit einem "Fahrplan zur Vorsorge" sollen die 2,4 Millionen Einwohner der Metropolregion Rhein-Neckar über alle Angebote der gesetzlichen Krankenversicherung informiert und dazu motiviert werden, Präventions- und Vorsorgemaßnahmen stärker in Anspruch zu nehmen.

Angebote meist schwer durchschaubar

"Es gibt in Deutschland schon sehr viele Präventions- und Vorsorgeangebote", sagte der Präsident des Gesundheitsnetzes, Dr. Claus Köster bei der Vorstellung des Projekts in Luwigshafen. Doch meist seien diese fach- oder krankheitsspezifisch abgefasst und somit schwer durchschaubar.

"Wir wollen die vielfältigen Angebote zusammenführen und die Bürger darüber informieren, wie ihr Vorsorgefahrplan bezogen auf ihr Alter und Risikoprofil aussehen könnte", beschreibt Köster das ehrgeizige Vorhaben in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Durch gebündeltes Vorsorgeangebot soll Teilnahme steigen

Auf der Basis und am Beispiel der erfolgreichen Aufklärungsaktivitäten zur Darmkrebsvorsorge wie zum Beispiel "1000 Leben retten" der Stiftung LebensBlicke e.V. mit Sitz in Ludwigshafen, soll das gesamte Spektrum der Vorsorgemöglichkeiten zunächst im Internet (www.vorsorgefahrplan.de) aufgezeigt und positiv beworben werden.

Professor Jürgen F. Riemann, Vorsitzender der Stiftung LebensBlicke und Mit-Initiator des Vorsorgefahrplans, erhofft sich eine Steigerung der Teilnahme durch ein gebündeltes Vorsorgeangebot, in welches zum Beispiel die Darmkrebsvorsorge eingebettet sei.

Leitfaden für die Verbraucher

"Wir brauchen einen Fahrplan zur Vorsorge als Leitfaden für den Verbraucher", so Riemann. Hier könne man die derzeitige Gesundheits- und Fitnesswelle ausnützen und die Bereitschaft der Bürger zu gesundem Verhalten mittels Ernährung und Bewegung auch auf gesetzliche Vorsorgemaßnahmen wie zum Beispiel den Gesundheits-Check-up ab 35 ausdehnen.

Mit im Boot der Vorsorgeinitiative ist auch Professor Stefan Schönberg, der Direktor des Instituts für klinische Radiologie und Nuklearmedizin an der Universitätsmedizin Mannheim. Mit der Einrichtung eines Schwerpunktes "Präventive Bildgebung" an seinem Institut unterstreicht er die zukünftige Bedeutung der Bildgebung zum Beispiel bei der Früherkennung von koronaren Herzerkrankungen und Krebs.

Auch Primärprävention und Impfungen im Fahrplan

Auch die Primärprävention etwa durch eine Aufklärung über notwendige und mögliche Impfungen soll im Fahrplan aufgeführt werden.

Das Gesundheitsnetz Rhein-Neckar-Dreieck e.V. - 1998 gegründet - verfolgt das Ziel, durch Vernetzung, Kommunikation und Kooperation aller medizinischen Fachrichtungen im Rhein-Neckar-Dreieck die medizinische Versorgung der Bürger weiter zu optimieren. Zu den Leitprojekten des Vereins mit Sitz in Mannheim gehört auch die Prävention.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Vorsorge braucht Zeit und Geld

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